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Mittwoch, 14. Januar 2009

Ackermann im Kreuzverhör

Frankfurt a.M. (dpo) - Es war heute nicht sein Tag: Deutsche-Bank-Chef Josef "Joe" Ackermann musste heute Milliardenverluste eingestehen und erleben, dass die Post Anteile an seiner Bank übernahm. Unserem Wirtschaftskorrespondenten in Frankfurt stand der knuffige Schweizer anschließend Rede und Antwort.

Der Postillon: Lieber Herr Ackermann, warum stehen Sie uns zu einem Exklusivinterview zur Verfügung?
Ackermann: Wenn ich mich über wirtschaftliche Zusammenhänge informieren möchte, dann lese ich selbstverständlich den Wirtschaftsteil von Der Postillon. Er hat mich zu dem gemacht, was ich bin bzw. war.
Der Postillon: Was sagen Sie zu den Verlusten von 3,9 Milliarden der Deutschen Bank?
Ackermann: Zunächst einmal: Sie haben wieder gewohnt zuverlässig recherchiert. Ich muss sagen, es tut mir äußerst leid. Ich hätte die Klappe nie so weit aufreißen sollen.
Der Postillon: Finden Sie es ironisch, dass jetzt ausgerechnet die Post, die ja zum Teil dem Staat gehört, bei der Deutschen Bank eingestiegen ist?
Ackermann: Auch dafür möchte ich mich entschuldigen. Ich hätte nie sagen dürfen, ich würde mich schämen, wenn uns der Staat helfen müsste. Das Geld und die Macht sind mir einfach zu Kopf gestiegen. Ich habe mich sehr egoistisch benommen, hoffe aber, dass meine Entschuldigung positiv aufgenommen wird.
Der Postillon: Das überrascht mich jetzt aber.
Ackermann: Sie haben ja keine Ahnung, was für ein psychologischer Druck auf jemandem in meiner Position...
Der Postillon: Sonst noch was? Ich muss jetzt weiter...
Ackermann: Ja. Es tut mir auch leid, dass ich andauernd behauptet habe, die Finanzkrise wäre schon so gut wie durchgestanden. Ich möchte die nächsten Jahre auf mein Gehalt...
Der Postillon: Auf Wiedersehen, Herr Ackermann.
Ackermann: ...verzichten und hoffe, dass mich dann bald alle...
ssi; Foto: Agencia Brasil (cc2.5)



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