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Dienstag, 17. März 2009

Dreck in den Medien wird knapp

Berlin,Hamburg (dpo) - Boulevardmedien wie Bild, Mopo oder BZ könnten schon in wenigen Tagen nicht mehr imstande sein, weiter Nachrichten zu produzieren. "Aufgrund der hohen Ereignisdichte in der letzten Woche sind unsere Dreck- und Schlammvorräte fast aufgebraucht", erklärte Bild-Chefredakteur Kai Diekmann. "Erst der Amoklauf und jetzt der Fritzl-Prozess - zu diesen Themen haben wir derartig viel Mist produziert, dass der Nachschub im Moment einfach nicht reicht. Ich weiß nicht, ob wir aktuell noch ein mediales Großereignis verkraften könnten."
Erschwerend hinzu komme, dass zum Thema Killerspiele auch einige renommierte Zeitungen wie die Süddeutsche und das öffentlich-rechtliche Fernsehen derart viel Scheiße verzapft hätten, dass auf dem Weltmarkt kaum noch Dreck übrig sei. Da erst in ein oder zwei Wochen mit einer Erholung zu rechnen sei, müssten Bild & Co. sich in der nächsten Zeit vornehmlich mit Theaterrezensionen und Literaturkritik befassen. Es könnte aber auch sein, dass sie schlicht ihren alten Mist wieder und wieder recyclen.
ssi; Foto: Oft Gold wert: Dreck in den Medien; Screenshot: Über allem schwebt auch noch die Finanzkrise: "Die Meinungen über die Dauer der Krise klaffen auseinander wie ein Scheunentor."