Sonntag, 19. April 2009

Arbeitsagentur ab Oktober pleite

Nürnberg, Berlin (dpo) - Berichten des Spiegel zufolge wird der Bundesagentur für Arbeit bis Oktober das Geld ausgehen. Dieser Problematik gedenkt Bundesarbeitsminister Olaf Scholz mit folgenden Maßnahmen zu entgegnen:
1. Langzeitarbeitslose müssen in Kurzarbeitslosigkeit gehen.
2. Schwer Vermittelbare werden in ein sogenanntes "Bad Arbeitsamt" ausgelagert.
3. Üppige Boni für 1-Euro-Jobber werden gestrichen.
4. Arbeitslose über 55 werden abgewrackt.
5. Die von Scholz noch im November 2008 für etwa 2015 angestrebte Vollbeschäftigung könnte notfalls um sechs Jahre vorgezogen werden.
Um keinen Teufelskreis in Gang zu setzen, sollen übrigens keine Angestellten der Agentur für Arbeit entlassen werden, da diese sonst ohnehin wieder der Agentur für Arbeit auf der Tasche lägen, die dann auch noch mehr Vermittler benötigen würde.
ssi; Foto: Auf der Suche nach ausländischen Investoren: Das Arbeitsamt.

Arbeitslosigkeit und Pleiten im Postillon-Archiv:
Schwarzarbeit legalisieren: Das Interview
Teufelskreis
Kinderarbeit als Chance
Schufa pleite
Neuer Bahnskandal

10 Kommentare:

  1. Für was zahlen wir eigendlich das Geld ein für Arbeitslosigkeit.
    Und wenn es so schwer ist über 55 Jahre noch zu vermitteln.
    Warum soll man den bis 67 Jahre Arbeiten gehen ?
    Wie stellt sich der Staat das den weiter vor ?
    Warum schenkt der Staat überall geld hin?
    Wenn er doch bleite ist.
    Wenn ich minus auf den Konto bin,kann ich niemand Geld geben.
    Es wird zeit das der Staat versteht das er für das Volk da ist,und nicht für sich.
    Warum sollen wir noch Zwangsteuern zahlen ?
    In ein bleite Topf.
    Würde mich dann lieber selber privat absichern.
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  2. @Anonym:

    Hervorragend! Ich könnte mich totlachen. "Warum schenkt der Staat überall geld hin?" Hihi. "Wenn er doch bleite ist". Haha! "In ein bleite Topf". Aufhören!, hahaha!!!
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  3. Eulenspiegel-LeserApr 19, 2009 02:36 AM
    Es war einmal eine Zeit, da wurden von einer rot-grünen Regierung die Gesetze Hartz I bis IV eingeführt und von den Besitzenden als großer Erfolg gefeiert. Durch die Gesetze wurden u.a. Arbeitslosen- und Sozialhilfe zusammengelegt, Zusatzleisungen abgeschafft und die Bezugsdauer von Arbeitslosengeld drastisch verkürzt.

    So kam es denn, dass die fleißigen Arbeitnehmer viel mehr Geld in die Arbeitslosenversicherung einzahlten als für die Bezahlung der Arbeitslosen benötigt wurde. In den ersten Jahren wurde der Überschuß am Ende des Jahres von der Arbeitslosenagentur an den Finanzminister abgeführt. Das waren mehrere Milliarden pro Jahr. Das mißfiel natürlich den Arbeitgebern, denn die Arbeitslosenversicherung wird paritätisch, d.h. je zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer gezahlt.

    Deshalb wurden die Rufe nach Steuersenkung immer lauter. (Bis 2006 6,5% des Bruttolohnes, danach 4,2%, dann bis Ende 2008 3,3% und z.Zt. nur 2,8%)
    Nun hat ja die Praxis gezeigt: Wenn irgendeine Steuer gesenkt wurde hatte der einzelne Arbeitnehmer i.d.R. wenig davon, sein Lohn stieg nur um wenige Euro. Bei den Arbeitgebern jedoch kann da schon ein schönes Sümmchen zusammen kommen.

    Wundert es also, daß bei einer Steuersenkung von 6,5% auf 2,8% (bis Juni 2010, dann wieder 3,3%) bei wieder steigender Arbeitslosenzahl der Arbeitslosenagentur das Geld knapp wird? Ich denke nein. Stattdessen ist SPD-Minister Scholz stolz auf die Steuersenkung und lehnt eine Verbesserung der finanziellen Situation der Arbeitslosen (längeres ALG I, Schonvermögen) ab. Ich möchte nur mal wissen wofür das S bei SPD steht. Mit sozial kann es nichts zu tun haben.

    In seinem Beitrag hat der verehrte Herr Chefredakteur richtungsweisende Vorschläge unterbreitet. Daran sollte sich mal der Bundesarbeitslosenminister ein Beispiel nehmen statt immer nur heiße Luft abzusondern.
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  4. Beitrag finde ich treffend!
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  5. @Eulenspielgel-Leser SUPER KOMENTAR!!!

    Irgendwie hast du recht! Es kann nicht sein, dass immer weniger von den eingezahlten Versicherungsbeiträgen ankommt und die Überschüsse am Ende des Jahres an den Finanzminister abgeführt werden. Da könnte der Bürger langsam ahnen, wo zum Teil die „Abwrackprämie“ herkommt. Mit solchen Aktionen wird doch nur die nächste Armuts- und Insolvenzwelle gefördert.
    Zudem steigen doch schon seit Beginn der „Krise“ die Zahlen der Arbeitslosen, Kurzarbeiter sowie der Hartz-IV-Empfänger.

    Die Menschen, welche im letzten Jahr schon ihren Job verloren, werden demnächst einfach in eine andere Statistik „umgelagert“, und zwar in die des ALGII. Dadurch wird die Statistik verschönert. Ich habe das Gefühl, dass deshalb Herr Scholz ein „Bad Arbeitsamt“ einrichten bzw. Arbeitslose über 55 „abwracken“ möchte. Aufgrund dessen könnte die Steigerung der Arbeitslosenzahl in der Statistik nicht so drastisch ausfallen.

    So wie ich das aus den Medien aufgefasst habe, gab es im Mai 2008 3,3 Mio Arbeitslose, 6,5 Mio Menschen, welche arbeiten und Zuschüsse vom Amt beziehen müssen, 1,5 Mio 1€-Jobber und 5,5 Mio Hartz-IV-Empfänger. Die Zahlen sehen mittlerweile ganz anders aus. Leider gibt es derartige reale Auflistungen der Statistiken nur selten. Die Definition für Arbeit aus der Wiki lautet: „Arbeit ist eine Tätigkeit des Menschen: * Beruf, eine Tätigkeit, mit der man seinen Lebensunterhalt bestreitet“. Nimmt man nun diese Definition genauer, sind es 16,8 Mio Menschen, welche ihren Lebensunterhalt nicht mit einer Arbeit bestreiten können obwohl sie sich mit Sicherheit gern an der Steigerung des Bruttoinlandsprodukt beteiligen möchten.

    Wie wäre es das S mit einem AS zu tauschen?
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  6. Eulenspiegel-LeserApr 19, 2009 10:36 AM
    Eigentlich OT

    Mit der Abwrack/Umweltprämie schlägt die Regierung mehrere Fliegen mit einer Klappe.
    1. Je nach Preis des Autos fließt ein Teil oder auch die ganze Summe in Form der Mehrwertsteuer wieder zum Finanzminister zurück und bleibt auch dort. Somit muss insgesamt viel weniger Geld von Seiten des Staates für die Prämie ausgegeben werden.
    Die Mehrwertsteuer fällt zwar bei jedem Autokauf an, doch ohne die Prämie hätten sich sicher viele nicht zu einem Kauf entschlossen.
    2. Die wirtschaftliche Lage der Autokonzerne wird durch den zusätzlichen Verkauf ersteinmal verbessert. Der Katzenjammer kommt dann im nächsten Jahr.
    3. Die Bevölkerung wird zum Geldausgeben animiert. Im ungünstigsten Fall muß ein Kredit aufgenommen werden. Dadurch können die armen Banken zusätzlich an den Zinsen verdienen. Auch ein Nebeneffekt der Abwrackprämie. Statt sich andere Dinge zu kaufen, müssen die Autokäufer ihr Geld zur Abzahlung des Kredites zur Bank bringen.
    4. Die Regierung kann sich als Wohltäter hinstellen, obwohl es ja Steuermittel sind die sie da zur Verfügung stellt.

    Und wenn man sieht wieviel Geld zur Rettung der Banken und wie wenig für die Bevölkerung ausgegeben wird dann kann einem das große Ko**en kommen.
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  7. Ja genau das ist unser lieber Staat. Das kann einem, als junger Mensch, schon Angst machen. Ich blicke momentan mit großer Angst in die Zukunft.Aber vielleicht bin ich auch einfach zu ehrlich. Vielleicht sollte ich einfach mal zum Arbeitsamt gehen und auch mal ein bisschen geld fordern.Und genau das ist unser Problem in Deutschland. Jeder Dackel kann zum Staat gehen und Geld beantragen. Scheiß egal ob er es braucht oder nicht. Ich und wohl viele andere Menschen ackern uns jeden Tag den Arsch ab um einigermaßen normal leben zu können. Ich war schockiert als ich erfahren hab, daß ich genau das Geld, was ich jeden Monat erarbeite(40 Stunden Woche), auch bekommen würde, wenn ich mit meinem Arsch den ganzen Tag zu Hause bleib. Ich frag mich, für was ich eine Ausbildung von drei Jahren gemacht habe und zudem auch noch 8000€ für meine Meisterausbildung bezahlt habe.An Kinder kann ich gar nicht denken. Wie soll ich die denn bitte bezahlen? Ach so ja stimmt. Vadder Staat hilft dir bestimmt. Diese Einstellung ist in Deutschland leider zum kotzen.Aber unsere liebe Familienministerin ist ja so überzeugt von ihrer Arbeit. Wenn ich so viel Geld verdienen würde wie die, dann könnte ich mir auch eine Million Kinder anschaffen und zu jedem noch eine Nanny.
    Zu der Umweltprämie noch ein kleiner Satz: es ist überhaupt total geil zu sehen, wer durch die schöne Umweltprämie Kredite bekommt und wer nicht. Ich kenne selber Leute, die im Monat 400€ verdienen und einen fetten Darlehensvertrag von 15000€ bekommen.Und dann gibt es Menschen, die verdienen knapp 1500€ im Monat und bekommen noch nicht mal einen Kredit von 10000€. Geile Verteilung.
    So weit mal zur Gesamtsituation in Deutschland.

    P.S. Jeder Bürger in Deutschland meckert nur, aber keiner macht was. Und so lange keine Bürger was unternimmt oder sich mehrere zusammenschließen, geht es uns doch allen noch richtig gut!!!
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  8. @Anonym vom 22.4.09 14:16 Uhr
    Es ist schon erstaunlich, dass hier arbeitssuchende Bürger als "Dackel" bezeichnet werden. Zudem verwunderts, dass in diesem Land immer noch alte Klischees kursieren. Wenn Arbeitslosigkeit und der damit verbundene soziale Abstieg so angenehm sind, geht doch zu "Vadder Staat" und lasst euch die Kohle in den Allerwertesten blasen. Nur wundert euch nicht, wenn die nötige Hilfe ausbleibt und es statt "Förderung" nur uthopische Forderungen hagelt. Das Amt "freut" sich auf jeden Neuen! Vielleicht sollte einfach folgende Erkenntniss daraus gewonnen werden; Einführung des Mindestlohns für alle Branchen sowie die Verteilung der Arbeit (Deckelung der Wochenarbeitszeit)und Bürgergeld. Kleiner Tipp so nebenbei: anstatt den Unmut und die Unfähigkeit über die eigene Lebenssituation an den Hartz4-Empfängern auszulassen, sollte lieber über die realen Ursachen von Wirtschaftskrisen etc. nachgedacht werden! Denn es kann jeden mit Arbeitslosigkeit treffen, auch den bestens ausgebildeten Ingenieur.
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