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Samstag, 4. April 2009

Weißer Ring: Mordopfer suchen keine Unterstützung

Mainz (dpo) - Die Opferhilfe Weißer Ring hat bereits am Freitag eine alarmierende Pressemeldung herausgegeben: Ihrzufolge hätten interne Erhebungen der Organisation ergeben, dass zwar Verbrechensopfer jeglicher Art Beratung und Hilfe beim Weißen Ring suchen, eine wichtige Gruppe jedoch völlig herausfalle. Seit Gründung des Weißen Ringes habe sich, so die Meldung, noch kein einziges Mordopfer gemeldet und um menschlichen Beistand gebeten.
Dr. Nicolas Greiff, der Postillon-Hauspsychologe erklärt dieses Phänomen folgendermaßen: "Man nimmt an, dass dies an der gesellschaftlichen Stigmatisierung von Mordopfern liegt. Gleichzeitig suchen Ermordete meist einen Teil der Schuld an ihrer Ermordung bei sich selbst und schämen sich dafür. Deswegen und aus Angst, ihm vor Gericht begegnen zu müssen, zeigen Mordopfer ihren Mörder auch so gut wie nie an."
Der Weiße Ring hat reagiert und bietet daher ab sofort auch anonyme Beratungen sowie Gruppentherapien für Massenmordopfer an, damit die Geschädigten nicht das Gefühl haben müssen, schon wieder ins offene Messer zu laufen.
ssi; Foto: Wirken oft apathisch und abwesend: Mordopfer