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Donnerstag, 20. August 2009

Medien unterziehen Läuferin einem "Sextest"

Berlin (dpo) - Seit die Läuferin Caster Semenya (18), die der Sportwelt bislang gänzlich unbekannt war, bei der Leichtathletik-WM in Berlin mehrere Läufe gewonnen hat, herrschen Zweifel am Geschlecht der Südafrikanerin.
Um diesen Verdacht zu überprüfen, hat der Leichtathletik-Weltverband IAAF gestern verfügt, dass ein Funktionär mit Semenya den Geschlechtsakt vollziehen müsse. Erst dann könne man sicher sagen, ob es sich bei der Sportlerin um einen Mann oder eine Frau handelt.
Es könnte allerdings auch sein, dass deutschsprachige Medien mit dem Ziel, knackige Schlagzeilen zu produzieren, den geplanten genetischen Geschlechtstest kurzerhand in einen "Sextest" bzw. "Sex-Test"* umbenannt haben - ganz nach dem guten alten Motto "Sex in der Überschrift sells".
ssi; Screenshots (zum Vergrößern anklicken): Ist wie immer an vorderster Front dabei: Bild.de.

*Zwar heißt "Geschlecht" im Englischen unter anderem "sex", englische Medien sprechen aber fast ausschließlich von einem "gender test" (Ausnahme: Mirror). Mit dem deutschen Wort "Sex" für "Geschlechtsverkehr" hat der Geschlechtstest gar nichts zu tun.

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