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Dienstag, 3. November 2009

Blutproben bei Daimler nur Spitze des Eisbergs?

(dpo) - Vergangene Woche wurde ein weiterer erschütternder Datenschutzskandal publik: Der Automobilkonzern Daimler verlangte laut NDR Info von Bewerbern Blutproben - und das obwohl sie noch keine Zusage für eine Arbeitsstelle erhalten hatten. Offensichtlich war dies jedoch erst die Spitze des Eisbergs.
Wie Postillon-Recherchen jetzt ergaben, erklärten mehrere BürgerInnen, dass ihnen jedesmal Blut entnommen werde, wenn sie zur Blutspende gingen. "Als würde man uns auf gefährliche Krankheiten testen müssen oder überprüfen, ob unser Blut als Spende geeignet sei", schimpft eine Insiderin, die ihren Namen nicht in einer Zeitung lesen möchte. Zudem werde teilweise derart gierig gesaugt, dass man meinen könnte, es komme auf die Menge an.
Auch in anderen Bereichen wichst wächst das Misstrauen offensichtlich: So klagen immer mehr Samenspender darüber, dass sie bei jeder Spende eine Spermaprobe abgeben müssten. Der Student Markus K. (23) beispielsweise fragt sich als Betroffener wohl zu Recht: "Was haben die nur mit dem Zeug vor? Nicht auszudenken, was man damit alles anstellen könnte!"
Den neuen Trend zu weniger Datenschutz bekam schließlich auch Max R. (34) zu spüren. Er erklärt: "Ich wollte nur testen lassen, ob ich tatsächlich der Vater des kleinen Timmys (9) bin und die wollten gleich eine Speichelprobe." - und das, darauf pocht R., noch bevor ihm das Ergebnis mitgeteilt wurde. "Die haben wahrscheinlich Angst, dass ich keine Speichelprobe mehr abgebe, wenn ich erfahre, dass ich nicht der Vater bin. Deswegen wollen die die vorher."
Es ist an der Zeit, dass der Gesetzgeber hier konsequent einschreitet und den Datenschutz wieder stärkt.
ssi; Foto (JHeuser): Immer gern genommen: Blutprobe.



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