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Dienstag, 26. Januar 2010

Internationale Raumstation ISS von Marder terrorisiert

Washington DC (dpo) - In den vergangenen Jahren waren an der Internationalen Raumstation (ISS) immer wieder Antriebssysteme ausgefallen, Sonnensegel eingerissen oder die Stromzufuhr zu den Gyroskopen unterbrochen. Wissenschaftler und Ingenieure zerbrachen sich seit 2001 über die Fehleranfälligkeit der in über 350 Kilometern Höhe um die Erde kreisenden Station den Kopf - ergebnislos.

Am Sonntag hat ein Außeneinsatz des russischen Kosmonauten Maxim Surajew jetzt endlich bestätigt, was die Besatzung schon lange befürchtet hatte. "Bei Reparaturen an einem Antriebsmodul stellte ich einen beißenden Uringeruch fest", so der Bordingenieur nach seinem Weltraumspaziergang per TDRS-Satellitenfunk. "Außerdem war das Dämmmaterial angefressen und ein Kabel durchgebissen. Da wusste ich sicher, dass hier ein Marder sein Unwesen treibt." Später konnte man dies mit einer Kamera bestätigen.
Sofort nachdem dies bekannt wurde, hat die NASA in Washington einen Expertenstab aus Zoologen und Mechanikern eingerichtet. "Marder sind dafür bekannt, sich in Fahrzeugen jeder Art einzunisten und können zum Teil beträchtlichen Schaden anrichten", verkündete Kammerjäger und Marderexperte Brian Snurps bei einer Pressekonferenz am Montagabend. Das Tier wurde vermutlich von Reviermarkierungen eines Artgenossen angelockt.
Die Bejagung dürfte sich als äußerst schwierig gestalten, da das Revier eines (Stein-)Marders bis zu 210 Hektar groß sein kann; in der Schwerelosigkeit sogar noch größer. "Er könnte sich praktisch überall verstecken", so Snurps.
Die NASA will jetzt Maßnahmen ergreifen: In den kommenden Wochen wird ein mit einem Raumblaumann ausgestatteter Kfz-Mechaniker in die Erdumlaufbahn geschossen. Er soll ein Mardergitter sowie Ultraschallgeräte an den empfindlichen Außenbereichen der Raumstation anbringen. Bis dahin soll die Besatzung laut Expertenstab ruhig bleiben und, um den Marder abzulenken, regelmäßig Küchenabfälle aus den Luftdruckschleusen streuen.
ssi; Foto rechts oben: Werden in Zukunft ab Werk mit einer Marderabwehranlage ausgestattet: Internationale Raumstationen; Foto links: Der Übeltäter der Gattung Steinmarder; Foto rechts unten: Von der NASA für den Marder-Einsatz entwickelt: Raumblaumann.