Der Postillon dokumentiert, wie die im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien auf diese Entscheidung reagierten:
FDP: Die Liberalen zeigten sich erwartungsgemäß enttäuscht von dem Beschluss. "Wenn wir die Hartz-IV-Sätze für Kinder anheben, dann schaffen wir völlig falsche Anreize für die Blagen", teilte Generalsekretär Christian Lindner dem Postillon mit. Seine Partei befürchte, dass Hartz-IV-Sprösslinge keinen Grund mehr dafür sehen, ihre Eltern zur Arbeitsaufnahme zu bewegen. Folge: Die Kinder werden faul und wachsen in der falschen Annahme heran, ganz normal zu sein.
CDU/CSU: Auch bei der Union hält sich die Begeisterung derzeit in Grenzen. Allerdings forderte Philipp Mißfelder, Bundesvorsitzender der Jungen Union, dass eine Erhöhung der Hartz-IV-Zuwendungen ausschließlich in Form von Alkohol- und Tabakgutscheinen ausgezahlt werden sollte. Mißfelder: "Sonst merken die Faulpelze noch, dass es gar nicht so viele offene Stellen wie Arbeitslose gibt."
SPD: Die Sozialdemokraten begrüßten die Entscheidung des BGV. "Endlich wird dieses unsoziale Gesetz, das einzig und allein dazu dient, die Verhältnisse zu zementieren, nachhaltig verbessert", erklärte der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel erleichtert. "Wer auch immer die menschenverachtenden Hartz-Gesetze ab 2003 gemeinsam mit den Grünen eingeführt hat, sollte sich in Grund und Boden schämen."
Die Grünen: Die Grünen nahmen die Entscheidung der Verfassungsrichter positiv auf. "Wir freuen uns, dass es Hartz-IV-Kindern und Familien bald besser gehen wird", vermeldete der frisch aus der Babypause zurückgekehrte Parteivorsitzende Cem Özdemir. "Endlich hat der Nachwuchs von Hartz-IV-Empfängern bessere Bildungschancen - selbstverständlich auf anderen Schulen als unsere eigenen, bürgerlichen Kinder."Die Linke: Die Linke war für eine Stellungnahme nicht mehr erreichbar. Sie hat sich sofort nach der Verkündung des Urteils aufgelöst.
ssi; Fotos von oben nach unten: Lindner, Mißfelder (Jaquez), Gabriel (Agência Brasil), Özdemir (WurmPaul).
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Pressespiegel: Hartz-IV-Sätze sind verfassungswidrig