Detroit (dpo) - Der US-Autokonzern General Motors hat angekündigt, die Fertigung der Marke Hummer einzustellen, nachdem der Verkauf nach China gescheitert ist. Aus diesem Anlass wurde heute feierlich ein Wildreservat für die letzten Exemplare eingeweiht. Rund 200 der akut vom Aussterben bedrohten Geländewagen sollen dort künftig in fünf bis acht Rudeln auf einer Fläche der Größe des Saarlandes leben.
Das Reservat soll dazu dienen, den Hummer für die Nachwelt zu erhalten. "Ich will, dass meine Enkel irgendwann nicht nur aus den Geschichtsbüchern erfahren, dass es diese edlen Fahrzeuge einmal gab", sagte Mark Haddock, der Leiter des neuen Nationalparks, sichtlich bewegt. "Denn schon bald werden Hummer in freier Wildbahn nicht mehr vorkommen. Da sieht man, was Menschen alles anrichten können."
Fest steht, dass sich die letzten ihrer Art in der noch ungewohnten Umgebung bereits wohlfühlen. Während die jüngeren Modelle gleich nach ihrer Freilassung begannen, majestätisch durch unebenes Gelände und durch Flussfurten zu rasen, tuckerten die älteren erst einmal an eine der zahlreichen Tankstellen, um ihren nahezu unlöschbaren Durst zu stillen.ssi; Foto links oben (Travis): Ein Hummer H1 kühlt sich ein wenig ab; Foto rechts: Immer bergauf: Hummer klettern gerne und viel; Foto links unten: Auf der Suche nach einer Tankstelle: Weißgestreiftes Hummerweibchen.
Mal wieder völlig an der Realität vorbei!
AntwortenLöschenDer Hummer ist bekanntermaßen ein Asphalttierchen, das auf Grund seiner oftmals farbspielerischen Hautoberfläche, der glitzernden Prachtfänger und des äußerst anfälligen Niederquerschnitt-Laufwerks sehr empfindlich reagiert auf Staub, Steinschlag, Dreckwasser und Vogelkot.
Die oben gezeigten Exemplare (freilebend, ha!) halte ich für speziell für Film und Fernsehen gezüchtete Dressur-Hummer!
Sehr schade, diese wunderschönen Giganten aus dem Alltag verschwinden zu sehen. Ich werde ihr tiefes, blubberndes Brummen sehr vermissen.
Hach... tja!
Ein Jurassic Park für Auto-Dinosaurier!
AntwortenLöschenHow drollig.
Anonymus
@bauchnabelbürste
AntwortenLöschenvielleicht sollten sie sich mehr mit der evolutionsgeschichte des hummers befassen, bevor sie wilde spekulationen verbreiten.
der wilde hummer stammt ursprünglich aus den weiten prärielandschaften des mittleren westens der usa. ohne natürliche feinde entwickelten männchen, wie weibchen eine so beachtliche größe, dass die ureinwohner nordamerikas keine chance hatten sie zu bändigen.
erst durch eintreffen des weißen mannes fand allmählich eine zähmung statt und einige exemplare konnten soweit domestiziert werden, dass sie sogar als transporttiere eingesetzt werden konnten. anfänglich nur im militär genutzt, sprach sich bald ihre nützlichkeit und ihre große tragfähigkeit herum, außerdem waren die jungtiere recht niedlich.
wie bei jedem tier wollten kinder sie haben, wenn sie klein waren, aber niemand dachte an die bedürfnisse eines ausgewachsenen individuums.
auslauf, unterbringung und versorgung mit ausreichend flüssignahrung waren meist nicht artgerecht. also züchtete gm kleinere rassen, wie den so genannten h2 und h3, die allerdings wenig mit dem rauhen untier aus der präkolonialen zeit zu tun haben.
da die wild lebenden hummer mittlerweile ausgestorben sind und nur noch letzte nachzüchtungen dieser art das reservat bevölkern, denke ich, dass ihre kenntnis über diese exoten lediglich auf den nachzüchtungen basiert.
@der besen:
AntwortenLöschenVielen Dank für diesen exzellenten und überaus fundierten Exkurs.
@der besen:
AntwortenLöschenIch muss gestehen, dass mir zur Recherche nur die einundreißigste, völlig neu überarbeitete Auflage von Chromschwänze mit Rückenmarkschwund: Wie sie wurden, was sie sind (Luden-Verlag, Hamburg) vorliegt.
Laut Klappentext hat die SUV (Stiftung Unterschicht verbieten!) zumindest in der deutschen Übersetzung beratend bei der Überarbeitung zur Seite gestanden. Wie ich erst jetzt erfahren habe: Diese Lobbygruppe tritt für das gesetzlich verankerte Verbot von prekärem Hummerbesitz sowie die Einstufung als steuerabzugfähiges Nutztier ein.
So ist natürlich davon auszugehen, dass die beeindruckende Geschichte der Ur-Hummer ein eher negatives Licht auf den Besitzer einer dieser mauen Nachzuchten fallen lässt. Seien wir ehrlich: Nur bei Handys geht es darum, wer das kleinere hat!
Entsprechend wird in diesem Werk die Frühgeschichte der mächtigen Ur-Hummer selbstredend totgeschwiegen.
Auch ich muss mich bei Ihnen bedanken! Ich werde zukünftig etwas genauer nachlesen. Und das Buch zurückgeben.
Übrigends: Toll! So seltene Aufnahmen von männlichen und weiblichen Hummern in ihrem roten Balzkleid bekommt man nur selten zu Gesicht.
AntwortenLöschenBedauerlicherweise trägt auch der Klimawandel zum Aussterben dieser Art bei - schade, dass es die Unschuldigen immer zuerst trifft...