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Montag, 22. März 2010

Im Interview: Der wegen gefälschter Interviews gefeuerte "Neon"-Redakteur Ingo Mocek

Hamburg (dpo) - Erst vor wenigen Tagen hat sich das Magazin Neon von Redakteur Ingo Mocek getrennt, weil dieser mindestens fünf Interviews mit bekannten Popstars fälschte. Erst eine Anfrage des Managements der Sängerin Beyonce zu einem Interview in der Januarausgabe 2010 (Original hier) sorgte dafür, dass die Sache aufflog.
Jetzt spricht Ingo Mocek exklusiv im Postillon erstmals über seinen Herauswurf und darüber, wie man ein erfolgreiches Fake-Interview führt.


Der Postillon: Herr Mocek, vielen Dank, dass sie uns Rede und Antwort stehen.
Ingo Mocek: Gerne doch. Für ein professionell geführtes Interview konnte ich mich schon immer begeistern.
Postillon: Was sagen Sie zu Ihrem Rauswurf bei Neon?
Mocek: Ich finde das gerade bei einer auf Halbwahrheiten basierenden Quatschzeitung ein wenig zu hart. Würden Sie einen Ihrer Mitarbeiter feuern, nur weil er ein Fake-Interview geführt hat?
Postillon: Keineswegs. Doch kommen wir zur Technik: Wie wichtig ist der Rahmen, in dem man ein Fake-Interview durchführt?
Mocek: Extrem wichtig. Wenn man sich schon etwas aus den Fingern saugt, dann sollte das Ambiente stimmen. Ich finde es übrigens toll, dass wir hier gerade in der Internationalen Raumstation ISS zusammensitzen und der Berliner Philharmonie lauschen dürfen. Sehr stilvoll.
Postillon: Was ist sonst noch wichtig?
Mocek: Man muss sich in das Gegenüber einfühlen können. Erst wenn man sich vorstellen kann, was in so einem Popstar oder einem gefeuerten Neon-Redakteur vorgeht, dann kann man sich an diese Materie heranwagen.
Postillon: Wie sieht es mit der Fragetechnik des Fake-Interviewers aus?
Mocek: Wichtig ist, dass man das Gespräch am Laufen hält. Das Beste an der Sache ist, dass man fragen kann, was man will. Dabei kann man auch schonmal so tun, als wäre der Fake-Interviewpartner unhöflich oder gar arrogant, um etwas Würze in die Unterhaltung zu bringen, Sie Anfänger.
Postillon: Ich sehe, von Ihnen kann man noch viel lernen. Wie sieht es mit dem Schluss eines Gesprächs aus?
Mocek: Idealerweise sollte man ein Fake-Interview immer mit einer brillanten Schlusspointe beenden.
Postillon: Diese Meinung teilen wir nicht.

ssi; Foto: Selber schuld: Wer das liest.



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