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Sonntag, 24. Oktober 2010

Das Wort zum Sonntag (94)

Es kommentiert Klaus Hauken (Pharmareferent, Vorstand Bayer AG)*:
Im (Ein-)Augenblick schaut ganz Deutschland in Richtung Stuttgart. Doch während der Streit manch einem Kopfbahnhofschmerzen bereitet, ist er in Wirklichkeit keine bittere Pille, sondern ein willkommenes Placebo. Denn nur in solchen Momenten kann in der deutschen Hauptstadt Leverkusen vernünftig Politik gemacht werden.
Der jüngste Beschluss von Philipp Rösler, der besagt, dass Pharmaunternehmen künftig nicht mehr beweisen müssen, ob ein neues Medikament zusätzlichen Nutzen hat, bevor es zu noch höheren Preisen auf den Markt kommt, gebührt großes Lob (oder Lobby, wie wir in meiner Branche sagen). Denn dadurch ist garantiert, dass wir den Status Quo bei ständig steigenden Kosten halten können - ganz nach unserem Credo: "Forschung nach gleicher Medizin zu höheren Preisen ist die beste Medizin."
Wer in diesem Zusammenhang behauptet, der Gesundheitsminister sei ein Papagei, der alles nachplappert, was ihm die Pharmaindustrie vorsagt, der irrt. Rösler ist ein eigenständiger Mensch -- ein Mensch aus Holz, der an Fäden baumelt, die zufällig an unseren Händen enden.
*an dieser Stelle kommentieren ab sofort wöchentlich wechselnd Prominente aus Politik, Wirtschaft, Kultur und organisiertem Verbrechen.
ssi; Cartoon: bob schroeder



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