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Dienstag, 7. Dezember 2010

Mann erhält Entschädigung, weil er Spam-E-Mail trotz Spamfilter erhalten hat

Königs Wusterhausen (dpo) - Marko Bennecke aus Königs Wusterhausen steht nach einem unangenehmen E-Mail-Erlebnis zwar noch immer unter Schock, darf sich aber wenigstens über einen stattlichen Betrag an Schmerzensgeld freuen.
Alles begann, als Bennecke vor einigen Tagen sein E-Mail-Postfach überprüfte. Dort fand er eine Nachricht vor, bei der ihm die Absenderin, eine gewisse Frau Dr. Missy Huhneberg, genauso unbekannt war wie die Adresse Senta.Bauerdkica@nsplus.ru, von der aus die E-Mail geschickt wurde.
Der Betreff der Nachricht, "marko.bennecke@gmx.de hat einen dicken Bauch", erschien Bennecke sofort verdächtig: "Ich habe eigentlich gar keine Gewichtsprobleme", so der 34-jährige Elektroinstallateur. "Als ich die E-Mail dann trotzdem öffnete, traute ich meinen Augen nicht. Ganz offensichtlich handelte es sich dabei um eine windige Werbebotschaft der Internetseite www.gewicht-easy-verlieren.eu. Dabei habe ich doch einen Spamfilter!" Bennecke alarmierte auf der Stelle die Polizei und GMX, den Betreiber seines E-Mail-Accounts.
Während die Fahndung nach den Absendern der Werbebotschaft noch andauert, gibt sich der Betreiber zerknirscht. "Unsere Spamfilter arbeiten eigentlich zu 100 Prozent sicher", so ein Unternehmenssprecher zum Postillon. "Was wir hier sehen, ist die Arbeit von absoluten Profis und zum Glück nur ein bedauerlicher Einzelfall. Seit 1997 hat es in Deutschland unseres Wissens keine Spam-E-Mail mehr an der neusten Filtergeneration vorbeigeschafft."
Gerade deswegen habe sich GMX die Angelegenheit zu Herzen genommen und Bennecke eine kleine Entschädigung von 50.000 Euro überwiesen. "Natürlich kann das nur symbolisch sein. Der Schmerz und die Demütigung, die Bennecke erfahren hat, lassen sich nicht mehr rückgängig machen", so der Sprecher weiter.
Als Reaktion auf den Zwischenfall veröffentlichten heute alle großen Mail-Provider (web.de, Google Mail, yahoo etc.) gemeinsam einen Aufruf, dass sich Kunden, die trotz Spamfilter eine Spam-Nachricht erhalten, wegen einer ähnlichen Entschädigung umgehend an ihren Betreiber wenden sollten.
ssi; Foto rechts: Kann mit den 50.000 Euro zwar die Zeit nicht mehr zurückkaufen, die er durch die Spam-Mail verschwendet hat, aber immerhin: Marko Bennecke, Foto links (zur Vergrößerung anklicken): Konnte sich womöglich durchmogeln, weil einige Wörter wie "Pro.bi*eren" verschlüsselt geschrieben waren: Spam-E-Mail.

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