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Sonntag, 23. Januar 2011

Das Wort zum Sonntag (106)

Es kommentiert Gotthilf von Düchting (CDU-Innenminister a.D.)*:
Was haben denn jetzt alle auf einmal gegen zu Guttenberg? Erwarten die Bürger ernsthaft, dass sich der Verteidigungsminister neben PR-Shows, Fototerminen und Haarpflege auch noch um sein Ministerium kümmern kann?
Ähnlich naiv sind diejenigen, die sich darüber echauffieren, dass ein Bundeswehrsoldat bei einem Spiel mit Waffen getötet wurde. Wie soll man so etwas denn verhindern? Würde man Erwachsenen verbieten, verantwortungslos mit geladenen Waffen zu spielen, dann wären Kriege praktisch unmöglich.
Außerdem haben die Vorfälle, die sicherlich nur deshalb so spät bekannt wurden, weil zu Guttenbergs Nachrichten an den Bundestag in der Feldpost verloren gingen, auch ihre guten Seiten: Wenigstens wissen wir seit den Vorfällen auf dem Segelschulschiff "Gorch Fock", warum man, wenn ein Soldat stirbt, sagt, er sei "gefallen". Nachdem zu Guttenberg jetzt den Kommandanten gefeuert hat, sollte er nur noch ernsthaft darüber nachdenken, das von ehemaligen Soldaten als "schwimmender Puff" bezeichnete Schiff in "Gorch Fuck" umzutaufen.
Ich möchte mich an dieser Stelle den poetischen Worten des stellvertretenden Chefredakteur von Bild, Michael Backhaus, anschließen – was immer er uns damit sagen will:
"Das Einhorn gilt als das edelste aller Fabeltiere. Ihm werden seit Jahrhunderten Wunderkräfte zugeschrieben wie die Erweckung von Toten. So gesehen, ist Karl-Theodor zu Guttenberg das Einhorn der deutschen Politik. Zu den Menschen hat das Einhorn schon deshalb ein schwieriges Verhältnis, weil sie es wegen seines wertvollen Horns jagen. So ergeht es derzeit auch dem Beliebtesten unter den Politikern. Nicht nur die Opposition, auch mancher aus den eigenen Reihen möchte die Gelegenheit nutzen, Guttenbergs Horn der Popularität zu kürzen."
*an dieser Stelle kommentieren wöchentlich wechselnd Prominente aus Politik, Wirtschaft, Kultur und organisiertem Verbrechen.
ssi; Cartoon: Claude Müller Salafia



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