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Sonntag, 20. Februar 2011

Das Wort zum Sonntag (110)

Es kommentiert Dr.1 Dr.2 Gotthilf von Düchting (CDU-Innenminister a.D.)3:
Diese Internetz-Bewohner sollten sich schämen und wieder in ihre Computer zurückkriechen, aus denen sie gekommen sind! Sie haben nicht das Recht, uns vor Augen zu führen, dass unser bester und ehrlichster Minister in Wirklichkeit ein inkompetenter Betrüger ist.
Überhaupt ist das, was Guttenberg vorgeworfen wird, eine Frage der Definition. Statt umgangssprachlich gleich Plagiat zu schreien, sollte man Guttenbergs Handeln lieber als Doktorarbeitsstabilisierungseinsatz akzeptieren oder maximal von plagiatsähnlichen Zuständen sprechen.
In Zukunft sollte sich zu Guttenberg einfach nur an das halten, was ein berühmter Mann4 einmal gesagt hat: "Politik muss so gestaltet werden, dass sie nicht Eitelkeiten bedient, nicht auf Wirkung in der Öffentlichkeit bedacht ist, sondern dass sie Ergebnisse erzielt."
Dann muss er sich bald auch nicht mehr mit dem wissenschaftlichen Versagen seines Ghost-Writers5 herumschlagen, sondern kann sich wieder ganz konkret auf Gorch Fock, Feldpostverluste und Friendly Fire, also auf sein eigenes Versagen als Verteidigungsminister, konzentrieren.6
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1
Promotionsthema "Dampfplaudern als Stilmittel im journalistischen Kommentar", 1946.
2 Promotion Gangsta-Rapologie bei Prof. Dr. Dre, 2009.
3 An dieser Stelle kommentieren wöchentlich wechselnd Prominente aus Politik, Wirtschaft, Kultur und organisiertem Verbrechen.
4 Karl Theodor zu Guttenberg, Rede beim Eiswett-Festmahl in Bremen am 16. Januar 2010, Weserkurier.
5
vgl. Dieter Bohlen, "Nichts als die Wahrheit", 2002.
6
Karl Theodor zu Guttenberg, "Überhastete Amtsenthebungen als Mittel, um schlechte Informationspolitik zu verschleiern", 2010/11.

ssi; Cartoon: Claude Müller Salafia