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Mittwoch, 13. April 2011

Langzeit-Junkies kritisieren seit Jahren sinkende Qualität von Heroin

Mit der Zeit immer weniger lustig: Heroin
Berlin (dpo) - Die Vereinigung der Langzeit-Junkies Deutschland (VLJD) hat in einer mit zittriger Handschrift auf einem Schmierzettel verfassten Stellungnahme die seit Jahren sinkende Qualität der Droge Heroin kritisiert und die Behörden aufgefordert, endlich einzuschreiten.
"Viele von uns können sich noch an Zeiten erinnern, als der Stoff einschlug wie eine Bombe", heißt es in dem Schriftstück. "Alle Sorgen waren nach einem Schuss stundenlang wie weggeblasen." Doch das war vor Jahren.

In letzter Zeit hingegen wirke Heroin immer schlechter. "Man braucht die doppelte Menge, um ungefähr halb so lange berauscht zu sein wie früher", bestätigt Tom, ein Frankfurter Junkie (29), der seit sechs Jahren regelmäßig fixt, gegenüber dem Postillon. "Außerdem sterben plötzlich Leute daran, denen es früher überhaupt nichts ausgemacht hat, sich eine Ladung H zu ballern."
Laut AnJus fein wie immer: Heroin
Die VLJD fordert daher Mechthild Dyckmans (FDP), die Drogenbeauftragte der Bundesregierung auf, endlich verbindliche Standards und strenge Qualitätskontrollen für Heroin einzuführen.
Allerdings stehen die Chancen dafür schlecht. Denn die Vereinigung der Anfänger-Junkies (AnJuns), der Jugendverband der Süchtigen (0-2 Jahre), dementiert die nachlassende Qualität des sich im Umlauf befindenden Heroins. Vielmehr wirke derselbe Stoff, den die Alt-Junkies kritisieren, ganz ausgezeichnet. Zudem befürchten die AnJuns, dass strengere Kontrollen die ohnehin schon hohen Preise alles andere als "drücken" würden.
ssi; Foto links: Hendrike, CC-BY-SA 3.0



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