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Mittwoch, 6. April 2011

Wissenschaftler vermitteln Makaken-Äffchen das Prinzip von Tierversuchen

Weiß, wie ihm geschieht: Coco
Bremen (dpo) - Hirnforschern der Universität Bremen ist es erstmals gelungen, einem Makaken-Äffchen das Prinzip von Tierversuchen zu vermitteln. Demnach hat der 24-jährige Coco, der als äußerst intelligent gilt, vollständig verstanden, was mit ihm geschieht.
"Dies ist ein großer Tag für die Forschung", sagt Neurowissenschaftler Alexander Kneiter. "Es hat fast ein Jahrzehnt gedauert, bis wir sicher sein konnten, dass Coco alle Zusammenhänge nicht nur auswendig gelernt, sondern auch begriffen hat."
Coco lernt, warum Menschen mehr wert sind
Zunächst musste das Makaken-Männchen lernen, warum Affen weniger wert sind als Menschen und sich somit ideal für Versuche eignen. Dazu zeigten ihm die Wissenschaftler an einem Touchscreen jahrelang sämtliche zivilisatorischen Errungenschaften der Menschheit von der Kunst bis hin zum Touchscreen. Besonders für Massenvernichtungswaffen und NS-Konzentrationslager habe sich Coco dabei interessiert.
"Ebenfalls Jahre hat es gedauert, bis wir ihm beibringen konnten, warum er durch einen in seinen Schädel implantierten Kanal an Elektroden angeschlossen ist", so Prof. Kneiter. "Sie hätten seine Hirnströme sehen sollen, als ihm langsam dämmerte, dass wir damit seine Hirnströme messen."
Seitdem Coco verstanden hat, dass er zum Wohle der Menschheit geopfert wird, ist er wie ausgewechselt. "Er starrt uns jetzt immer mit weit aufgerissenen Augen an", schildert eine Assistentin von Kneiter. "Wenn er allein ist, dreht er sich von der Kamera weg und liegt lethargisch in einer Ecke. Zudem verweigert er das Fressen, seit er weiß, dass es als positive Bestätigung dient, wenn er etwas richtig gemacht hat."
Die Appetitlosigkeit von Coco sei aber nicht so schlimm, meint Kneiter. "Wir werden ihn ohnehin einschläfern müssen, bevor er unseren anderen 20 Makaken Bescheid gibt."
ssi

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