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Sonntag, 12. Juni 2011

Das Wort zum Sonntag (126)

Es kommentiert Alice Weißkohl (Kopfkohlrechtlerin und Journalistin)*:
Der Freispruch der Gurke ist ein Freispruch zweiter Klasse, bei dem es an Respekt für die Opfer mangelt.
Zwar äußerte das Robert-Koch-Institut letztlich "begründete Zweifel an der Schuld der Gurke", doch erschwert es dieses Urteil den Verbrauchern künftig, verseuchtes Gemüse zur Anzeige zu bringen. Zu groß ist die Gefahr, dass man letztlich nicht ernst genommen wird, nur weil ein Erreger nicht nachweisbar ist.
Auch ist das gesamte Verhalten der Gurke – übrigens eindeutig ein Phallussymbol – mehr als fragwürdig, hatte sie sich doch vor Bekanntwerden des EHEC-Skandals freiwillig von beinahe jedem dahergelaufenen Salatfreund mit Essig und Öl zuschütten und von Salz, Pfeffer, Dill und Zwiebel berieseln lassen.
Es ist daher absurd, dass der Anwalt der Gurke jetzt hinsichtlich der Verzehrwarnung des RKI von einer "grundlosen Vorverurteilung" spricht und behauptet, das Institut habe versucht "den Angeklagten maximal zu schädigen".
Eines wenigstens beruhigt mich: Die Gurke wird wohl nicht so schnell wieder in der deutschen Küche auftreten.

*an dieser Stelle kommentieren wöchentlich wechselnd Prominente aus Politik, Wirtschaft, Kultur und organisiertem Verbrechen.
ssi; Idee: csp; Cartoon: Claude Müller Salafia



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