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Montag, 1. August 2011

Polizei und Verbrechen vereinbaren Personalaustausch zur Weiterbildung

Arbeitet eine Weile als Polizist: Mafioso
Berlin, Hilden (dpo) - Die Gewerkschaften der Polizei (GdP) und der Verbrecher (GdV) haben heute in einer gemeinsamen Erklärung angekündigt, ihre Mitglieder durch einen regelmäßigen wechselseitigen Personalaustausch weiterzubilden. Im Zuge dieses Programms sollen Polizisten für einige Monate Seite an Seite mit Verbrechern arbeiten, während eine gleiche Anzahl an Verbrechern als Polizisten arbeitet.
"Deutschen Polizisten fehlt oft das tiefere Verständnis, wie die Arbeit von Verbrechern eigentlich genau aussieht – und das obwohl sie fast ständig mit ihnen zu tun haben", so Hauke Benster, der Sprecher der Polizeigewerkschaft. "Deshalb wollen wir, dass unsere Leute einmal über den Tellerrand blicken und für einige Monate als Trickbetrüger, Zuhälter, Einbrecher, Drogendealer oder Gewalttäter arbeiten."

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Die GdP verspreche sich von dieser Weiterbildungsmaßnahme höhere Aufklärungsquoten und einen authentischen Einblick in die Lebenswelten von Verbrechern.
Darüber dass im Gegenzug eine gleiche Anzahl an Kriminellen für einige Monate in den Polizeidienststellen arbeiten darf, ist die Gewerkschaft der Verbrecher mehr als erfreut. "Unsere Leute lernen alle Polizeitricks, sind bei Festnahmen und Drogenrazzien dabei und dürfen endlich einmal vorne im Polizeiauto mitfahren", schwärmt der Verbrechensfunktionär Narben-Ede. "Ohne diese Erfahrungen ist ein perfektes Verbrechen fast nicht möglich." Besonders von älteren, erfahrenen Polizisten könnten Kriminelle noch einiges lernen.
Das Programm ist in dieser Form einzigartig: Zwar gab es bereits in der Vergangenheit immer wieder inoffizielle Austausche, wenn etwa verdeckte Ermittler einen Schmugglerring infiltrierten oder ein korrupter Beamter bei der Polizei arbeitete, doch dieses Mal ist alles vertraglich geregelt. So dürfen Polizisten im Nachhinein nicht für ihre Vergehen als Verbrecher zur Rechenschaft gezogen werden und Verbrecher fallen nicht in Ungnade, weil sie einen ihrer Kollegen verhaftet haben.
Die Gewerkschaftssprecher sind davon überzeugt, dass von dieser historischen Vereinbarung beide Seiten nicht nur profitieren, sondern dass so auch Vorurteile abgebaut werden. So sei es durchaus vorstellbar, dass einigen der Austausch so gut gefällt, dass sie über einen Berufswechsel in die jeweils andere Branche nachdenken.
Sollte sich die Zusammenarbeit der Gewerkschaften als erfolgreich erweisen, könnte man in Zukunft auch über die Einführung eines kriminalitäts- und aufklärungsfreien Sonntags diskutieren.
 ssi; Foto rechts: NOS, CC BY-SA 3.0, Foto oben: Ulli1105, CC BY-SA 2.5



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