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Montag, 12. September 2011

ARD peppt Talkshows mit "Scripted Reality" und Laienschauspielern auf

Köln (dpo) - Die Kritik am drögen, talkshowlastigen Abendprogramm der ARD trägt Früchte. Zwar halten die Verantwortlichen weiter daran fest, montags hart aber fair, dienstags Menschen bei Maischberger, mittwochs Anne Will, donnerstags Beckmann und sonntags Günther Jauch auszustrahlen. Um die Spannung hoch zu halten, soll künftig aber vermehrt auf "Scripted Reality" und Laienschauspieler zurückgegriffen werden.

Die ARD-Vorsitzende Monika Piel präzisierte die Pläne gegenüber dem Postillon: "Nachdem wir mit Günther Jauch einen erfolgreichen RTL-Moderatoren verpflichtet haben, wollen wir auch weitere Erfolgsrezepte der Privatsender einsetzen."
Gescripteter Gag: H.-U. Jörges steckt Heide Simonis einen angefeuchteten Finger ins Ohr
In Zukunft wird – ähnlich wie bei Formaten wie Zwei bei Kalwass oder Familien im Brennpunkt – vor jeder Sendung ein Drehbuch an Talkshow-Gäste und Moderatoren ausgeteilt, in dem steht, welche radikalen Positionen sie zu vertreten haben. Talkshow-Matadoren und Dampfplauderer wie Hans-Ulrich Jörges, Hans-Olaf Henkel oder Arnulf Baring vertreten ohnehin in jeder Sendung eine andere Meinung, während es Politikern wie Gregor Gysi (Linke) und Christian Lindner (FDP) aus Sicht der ARD nicht schaden könne, auch einmal die Position des Gegners einnehmen zu müssen.
Zusätzlich sollen Laienschauspieler als Überraschungsgäste (z.B. Ex-Verlobte, verlorener Sohn, Drogendealer) auftreten und so für noch mehr Action sorgen.
Piel: "Wir wollen dabei natürlich die Grundstrukturen der einzelnen Sendungen respektieren. Während sich Beckmann eignet, spektakuläre Einzelschicksale etwa von lesbischen Rennfahrerinnen oder christlichen Selbstmordattentätern gefühlvoll aufzuarbeiten, wird hart aber fair regelmäßig in eine Massenschlägerei ausarten."
Kritikern, die beklagen, dadurch leide die Seriosität der Sendungen, nimmt Piel den Wind aus den Segeln. Gleich in der heutigen Ausgabe von hart aber fair werde man das neue Showkonzept nicht nur erstmals anwenden, sondern gleich auch zum Thema machen und ausführlich diskutieren. Der Titel der Sendung lautet "Wenn Politik auf gescriptete Wirklichkeit trifft – Ist das geil oder ist das geil?". Als Gäste geladen wurden Hans-Ulrich Jörges, Hans-Olaf Henkel, Arnulf Baring, eine lesbische Rennfahrerin und ein christlicher Selbstmordattentäter.
ssi; Idee: jsi



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