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Dienstag, 15. Mai 2012

EU beschließt Psychotherapie für nervöse Finanzmärkte

Brüssel (dpo) - Endlich reagiert die Europäische Union! Bei einem Gipfeltreffen haben die Regierungen beschlossen, dass sich die überaus nervösen internationalen Finanzmärkte einer mehrwöchigen Psychotherapie unterziehen müssen, um ihre permanenten Angstneurosen in den Griff zu bekommen. Zuvor war in den Medien immer wieder von verunsicherten, verängstigten, nervösen, fürchtenden oder gar zitternden Finanzmärkten die Rede.

"Sie gerieten schon bei der kleinsten Kleinigkeit, etwa wenn der deutsche Finanzminister bei einer Rede nieste, in heillose Panik und konnten einem wirklich nur noch leid tun", erklärte der Vorsitzende der Euro-Gruppe Jean-Claude Juncker gegenüber dem Postillon. "Ich freue mich, dass die armen Finanzmärkte nun endlich den seelischen Beistand bekommen, den sie dringend benötigen."
Erste Diagnosen des behandelnden Psychotherapeuten ergaben, dass die internationalen Finanzmärkte offenbar einerseits von übersteigerten Verlustängsten, Paranoia, Angstneurosen und Selbstzweifeln geplagt werden. Auf der anderen Seite leiden sie aber auch an krankhaftem Narzissmus, grenzenloser Selbstüberschätzung und einem Napoleon-Komplex – eine hochgefährliche Mischung.
So könnte sich die Therapie auf die Finanzmärkte auswirken
"Obwohl oder gerade weil sie über jede Menge Geld verfügen, haben die Finanzmärkte panische Angst davor, alles zu verlieren", so Dr. psych. Jens Walderius, in dessen Praxis die Finanzmärkte in den kommenden Wochen betreut werden. "Wir werden versuchen, ihnen diese Ängste Schritt für Schritt zu nehmen, indem wir Ihnen zeigen, dass es im Leben noch andere Dinge gibt als die Leere, die man nach einem Leerverkauf spürt. Ich denke da etwa an einen schönen langen Waldspaziergang. Außerdem sollen sie lernen, dass sie nicht der Kaiser von Europa oder gar Götter sind, sondern lediglich die Summe aller Märkte, auf denen nach bestimmten Regeln Handel mit Kapital stattfindet."
Falls einfache Gespräche und Entspannungsübungen nicht helfen, sollen auch härtere Methoden wie Elektroschocks oder Valium zum Einsatz kommen. Andernfalls - so die Befürchtung - könnten die labilen Märkte irgendwann einen völligen Zusammenbruch erleiden.
Damit die Politik während der Zeit, in der sich die Finanzmärkte in Therapie befinden, keine überhasteten Entscheidungen trifft, hat sich die Europäische Union 100 besonders schreckhafte Hühner von einem Bauernhof geliehen. Diese sollen bei allen Gesprächen zur Wirtschaftskrise zwischen den Politikern umherlaufen und so eine vertraute Atmosphäre schaffen.
ssi; Foto oben: © mangostock - Fotolia.com

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