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Freitag, 22. Juni 2012

Auf Autobahn geratenes Bierbike kurz vor dänischer Grenze gestoppt

Berlin (dpo) - Irgendwann musste so etwas ja passieren: In Berlin ist am Donnerstag ein von einem Dutzend Touristen betriebenes sogenanntes "Bierbike" auf die Autobahn geraten und konnte erst kurz vor der dänischen Grenze wieder gestoppt werden. Alle Beteiligten, die mehrere Stunden um ihr Leben radeln und trinken mussten, blieben glücklicherweise unverletzt. Sie dürften aber spätestens heute unter einem heftigen Muskelkater leiden – von einem regulären Kater ganz zu schweigen.

Dabei fing alles ganz harmlos an: Eine Reisegruppe aus Stuttgart hatte das vom Anbieter als "ultimatives Spaßfahrrad" beworbene Gefährt inklusive Fahrer für einen Tag gebucht. Nachdem die feucht-fröhliche Runde einige Sehenswürdigkeiten Berlins abgeklappert hatte, musste Fahrer Jörn W. wegen einer Baustelle von der üblichen Route abweichen und geriet dabei versehentlich auf die Stadtautobahn.
Da war noch alles in Ordnung: Bierbike in Berlin
"Die Stimmung war prächtig, alle brüllten durcheinander, das Bier floss in Strömen. Da konnte ich mich schlecht konzentrieren", erklärte der immer noch traumatisierte W., der die ganze Fahrt über nüchtern bleiben musste, gestern Abend in Flensburg. "Ich habe immer wieder versucht, die Autobahn zu verlassen, aber ständig schnitten mir andere Fahrzeuge den Weg ab. Außerdem wurden wir immer schneller, weil meine Passagiere immer kräftiger in die Pedale traten." Kurze Zeit später befand sich das Bierbike bereits auf der A 24 in Richtung Hamburg.
Einer der Passagiere erinnert sich: "Wir fuhren wie im Rausch. Naja, wir waren ja auch ordentlich betrunken. Anfangs haben die anderen Verkehrsteilnehmer noch gehupt und sind dicht aufgefahren, aber sobald wir die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h erreicht hatten, war Ruhe."
Bei Hamburg versuchte der verzweifelte Fahrer des Bierbikes, der eigentlich schon seit Stunden Feierabend hatte, noch ein letztes Mal die Autobahn zu verlassen. "Irgendwie habe ich es doch noch geschafft mich durch den Feierabendverkehr auf eine Ausfahrt durchzumogeln", so W. Doch es stellte sich heraus, dass er lediglich auf die A 7 in Richtung Norden gewechselt war.
Erst in den späten Abendstunden kurz vor der dänischen Grenze nahe Flensburg wurde das Bierbike plötzlich langsamer. Jörn W.: "Kein Wunder: Der Tank, äh... ich meine das Bierfass, war vollkommen leer." Dank einiger Reserve-0,33-l-Flaschen, die für solche Fälle immer an Bord sind, schaffte es die erschöpfte Gruppe noch zur nächsten Raststätte, wo der Höllenritt endlich sein Ende fand. Daraufhin verschwanden sämtliche Beteiligten für mindestens eine halbe Stunde ins Toilettenhäuschen.
Jörn W. will seinen Job als Bierbike-Fahrer jetzt wegen der hohen nervlichen Belastung kündigen. Zuvor muss er allerdings sein inzwischen wieder vollgetanktes Arbeitsgerät und seine Klienten irgendwie wieder zurück nach Berlin bringen.

ssi; Foto oben, Bierbike: cyrildoussin, CC BY-SA 2.0, Autobahn: Kira Nerys at de.wikipedia, Foto rechts: Jörg Sancho Pernas, CC BY-SA 3.0

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