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Freitag, 30. Oktober 2020

Zeitreisender aus der Zukunft beruhigt Deutsche: "Ab dem 27. Lockdown hat man sich daran gewöhnt"

Berlin (dpo) - Passanten vor dem Brandenburger Tor staunten nicht schlecht, als heute um 15 Uhr plötzlich ein leuchtendes Feld vor ihnen erschien, aus dem ein völlig verwahrloster Mann mit verfilztem Haar, fahler Haut und einem aufgeblähten Bauch trat. Der Mann behauptete, aus der Zukunft ins Deutschland der Gegenwart gereist zu sein, um den Menschen Mut zu machen.

"Ich komme aus der fernen Zukunft von Oktober 2023 zu euch", so der Zeitreisende, der sich selbst als Daniel Sebald aus Berlin in drei Jahren vorstellte. "Ich wollte euch nur allen sagen: Nach Lockdown Nummer 27 haben sich alle daran gewöhnt und es ist gar nicht mehr so schlimm."

Inzwischen scharte sich eine neugierige Menschenmenge um dem Mann – selbstverständlich unter Beachtung der Maskenpflicht und von Sicherheitsabständen. "Keine Sorge! Ich will euch nicht warnen oder euch auffordern, vorsichtiger zu sein oder so. Macht einfach ganz normal weiter. Irgendwann findet man es gar nicht mehr schlimm."

Anfangs hätten viele Menschen die ständigen erneuten Lockdowns noch als sehr beschwerlich empfunden. "Für mich war besonders Lockdown 13 im Januar 2022 schwer, als ich und meine Frau die Kinder essen mussten", erinnert sich Sebald. "Anfangs hat Sarah mir auch noch viele Vorwürfe gemacht. Aber nachdem ich während Lockdown 17 auch noch sie essen musste, haben die Gewissensbisse nachgelassen. Ach ja: Hat jemand von euch gute Kochrezepte mit Eichhörnchenfleisch?"

Trotz aller Strapazen habe sich im Jahr 2023 der Alltag der verbleibenden Bürger alles in allem jedoch nicht großartig geändert. "Die Filme auf Netflix sind immer noch Scheiße, Pflegekräfte bekommen immer noch keine ordentliche Bezahlung und einen Impfstoff hat auch immer noch keiner gefunden", berichtet Sebald. "Ach ja: Die Demokratie haben wir inzwischen aufgegeben, nachdem Friedrich Merz im Herbst 2021 Kanzler wurde. Eine Bundesregierung gibt es momentan nicht. Aber am Alltag ändert das nicht viel. Wir sind ja eh die meiste Zeit zu Hause, weil man draußen von den Querdenkermilizen überfallen wird."

Plötzlich schlug sich der Mann an die Stirn: "Ach, jetzt hätte ich fast vergessen, weshalb ich eigentlich hier bin!"

Anschließend lief er eilig in einen nahen Supermarkt, kaufte dort fünf Zehnerpacks Toilettenpapier und verschwand anschließend wieder durch das Portal, das sich sofort hinter ihm schloss.

Foto: Shutterstock

Dieser Artikel erschien erstmals bei unserer irischen Partner-Publikation Waterford Whispers News

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