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Dienstag, 7. April 2009

Kai Diekmann mag Persönlichkeitsrechtsverletzungen nicht mehr

Lübeck, Berlin (dpo) - Viele Kritiker sind erstaunt, denn einer, von dem es keiner erwartet hätte, legte in der vergangenen Woche überraschend Moralverständnis an den Tag. Kai Diekmann, Chefredakteur des Boulevardblatts Bild, missbilligt Persönlichkeitsrechtsverletzungen und den Missbrauch von Fotos.
Berichten der Online-Ausgabe der bekannten Tageszeitung Der Postillon zufolge forderte Kai Diekmanns Anwalt Prof. Dr. Jan H. die Online-Ausgabe der bekannten Tageszeitung Der Postillon auf, für das hauseigene Twitterprofil DerChefred nicht mehr das Konterfei des beliebten Bild-Chefredakteurs zu verwenden und schrieb unter anderem:
(...) Der Betrieb dieses Profils und insbesondere die unerlaubte Veröffentlichung des Bildes meines Mandanten stellt einen rechtswidrigen Eingriff in sein allgemeines Persönlichkeitsrecht und Recht am eigenen Bild gemäß § 22 KUG dar. (...)
Eine zweite E-Mail, direkt an Twitter gerichtet, sorgte dann dafür, dass der Account DerChefred vorläufig gesperrt wurde.
Obwohl alle der sagenhaften 13 follower (regelmäßige Twitter-Leser, Der Red.) nun sicherlich ob des herben Verlustes trauern werden, freut sich die gesamte Redaktion, dass in Zukunft keine weiteren Persönlichkeitsrechtsverletzungen und Fotomissbräuche vonseiten der Bildzeitung zu erwarten sind - jetzt, wo der eigene Chefredakteur am eigenen Leib erfahren musste, wie unangenehm das sein kann.
Der Chefredakteur des Postillon indes nimmt es gelassen: "Ich bin froh, dass ich diesen Twittermüll nicht mehr machen muss", erklärte der sympathische 28-jährige bei einer hausinternen Pressekonferenz.

ssi; Foto: Mag es nicht, wenn sein Recht am eigenen Bild missbraucht wird: Kai Diekmann. (Fotografiert von Philipp Neuhaus unter Creative Commons Lizenz 2.5); Screenshots: E-Post von Diekmanns Anwalt (rechts); mit solchen Späßen trieb der Chefred Kai Diekmann zur Weißglut (links) - Zum Vergrößern jeweils anklicken.

Nachtrag, 20. Juli 2009: Inzwischen konnte die Postillon-Redaktion die Forderungen von Diekmanns Anwalt heldenhaft auf einen niedrigen dreistelligen Betrag herunterhandeln.

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