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Dienstag, 8. Juni 2010

"Die FIFA hat mein Leben zerstört!": Goleo VI und Pille im Interview

(dpo) - In wenigen Tagen beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika und alle feiern mit. Alle? Nicht ganz. Der Postillon hat Goleo VI, das WM-Maskottchen von 2006, und seinen Freund Pille, den sprechenden Ball, exklusiv interviewt und zeigt, wie der kurze Ruhm ihr Leben zerstörte.



Der Postillon: Goleo VI, Pille, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, uns Rede und Antwort zu stehen. Wie geht es Ihnen?
Goleo VI: Nennen Sie mich einfach Goleo. Ich bin schon froh, dass sich überhaupt noch jemand an mich erinnert, Zeit habe ich leider jede Menge und - danke der Nachfrage - mir geht es beschissen.
Pille (mit Heliumstimme): Und mich können Sie Pille nennen. Ach, haben Sie ja schon.
Postillon: Wieso geht es Ihnen nicht gut?
Goleo: Versetzen Sie sich mal in meine Lage: 2006 war ich der große Star. Kinder liebten mich, Frauen drückten mich an Ihre Brust. Ich hatte Auftritte im Fernsehen, Gastrollen in Musikvideos und, und, und...
Pille (mit Heliumstimme): Und ich war immer dabei!
Goleo: Du klebst ja auch an meiner Hand. Nach der WM dachte ich: Geil, du hast es geschafft! Ich dachte, das geht ewig so weiter und ich dachte, dass ich auch bei der nächsten WM wieder das Maskottchen sein werde. Klar, vor mir waren andere Maskottchen, aber ich dachte, ich wäre etwas Besonderes.
Postillon: Doch es kam anders...
Goleo: Richtig! Tag und Nacht wartete ich auf den Anruf von Sepp Blatter, der mir sagt: "Goleo, wir brauchen dich für Südafrika." Natürlich kam dieser Anruf nie. Stattdessen haben sie sich ein neues, jüngeres Maskottchen geholt. Diesen Zakumi. Ein Leopard, wie lächerlich ist das denn? Die FIFA hat mein Leben zerstört.
Postillon: Ist das nicht voreilig? Hätten Sie nicht auch andere Rollen bekommen können?
Goleo: Wie denn, ohne Hose und mit einem sprechenden Ball an der Hand?
Pille (mit Heliumstimme): Hey! Jetzt schieb nicht wieder alles auf mich! Wer ist denn das Wrack mit dem Alkoholproblem? Von Medikamenten ganz zu schweigen.
Postillon: Ähh, gut. Gibt es noch etwas, was Sie in Richtung Zakumi loswerden wollen?
Goleo: Nur, dass er nicht den gleichen Fehler machen soll wie ich. Jetzt mag er von allen geliebt werden, aber 2014 gehört er zum alten Eisen. Und ich wünsche ihm, dass sein Ball nicht sprechen kann und nicht an seiner Hand klebt. Ein Klettverschlusssystem könnte ihm viel Ärger ersparen.
Pille (mit Heliumstimme): Hey!
Postillon: Wir bedanken uns für das Gespräch.
ssi; Foto rechts (Aaron W.): Leben jetzt in der Gosse und übernachten in nicht abgeschlossenen Kellern: Goleo VI und Pille, der sprechende Ball; Foto links: Sonnt sich im kurzfristigen Ruhm: Zakumi.