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Dienstag, 20. Juli 2010

Weltweit 22.400 weitere BP-Öllecks entdeckt

Hier strömt Öl über Verbrennungsmotoren direkt in die Umwelt aus: Ölleck in Norwegen, Foto: 91
Miami, London (dpo) - Der Energieriese BP kommt nicht zur Ruhe: Nachdem das lecke Bohrloch vor der Küste Floridas am Freitag zunächst geschlossen werden konnte, erreichte den krisengeschüttelten Konzern heute eine weitere Hiobsbotschaft. Ökologen der Universität Harvard haben herausgefunden, dass weltweit noch über 22.400 weitere BP-Öllecks existieren.

"Offensichtlich tritt das Öl dort in weiterverarbeiteter Form aus an Säulen angebrachten Schläuchen aus, und zwar auf Knopfdruck", erklärte Professor Ryan Noseby bei einer Pressekonferenz. "Von dort dringt das Öl in Verbrennungsmotoren ein und gelangt als Abgas direkt in die Umwelt." Die Öllecks seien einzeln betrachtet vielleicht harmloser als das im Golf von Mexiko, in ihrer Gesamtheit jedoch hätten sie ein ungleich größeres Zerstörungspotenzial, so Noseby weiter.
Die BP-Führung reagierte zögerlich. "Wir werden das Problem genau beobachten und versuchen, die Öllecks zu schließen, sobald wir ein befriedigendes Verfahren gefunden haben", verkündete ein Konzernsprecher, ließ dabei allerdings offen, ob dies in den nächsten 100 Jahren der Fall sein könnte.
ssi; Foto rechts oben (A. Lawrence): Ölleck in Griechenland; Foto links (M. Vogel): Ölleck in Wien; Foto rechts unten: Ölleck im US-Bundesstaat Ohio.



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