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Dienstag, 31. August 2010

Krankenkassen verteilen Headset-Attrappen an geistig Verwirrte

Berlin (dpo) - Die Einsparungen im Gesundheitswesen führen zu immer weiteren Kostenreduzierungsmaßnahmen. Erst heute haben Vertreter der gesetzlichen Krankenkassen bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin angekündigt, eine neue und deutlich günstigere Behandlungsmethoden auf geistig verwirrte Menschen anzuwenden, die in der Öffentlichkeit Selbstgespräche führen.

"Jeder kennt das Gefühl, wenn man in der U-Bahn sitzt und kurz glaubt, der Nebenmann wäre ein vor sich hin sabbelnder Wahnsinniger", führte Alexander Wenzel, der gemeinsame Sprecher der Kassen, aus. "Kurz bevor man sich angewidert wegsetzt, stellt man aber erleichtert fest, dass der mutmaßliche Verrückte gar nicht verrückt ist, sondern nur ein Bluetooth-Headset trägt. Genau dieses Phänomen werden wir uns zunutze machen."
Verkündet die kluge Headset-Sparstrategie: Sprecher der Krankenkassen
Statt viel zu teurer und langwieriger Therapien oder gar Unterbringungen in geschlossenen Anstalten sollen geistig verwirrte Menschen, die Selbstgespräche führen, deshalb künftig eine Headset-Attrappe erhalten.
"Somit wirken sie nicht mehr länger wie arme Irre, sondern auf einmal wie Menschen mit Freunden oder gar wie erfolgreiche Manager", so Wenzel weiter. "Selbst bei einem heftigen Tourette-Syndrom können sich Mitmenschen noch vorstellen, dass ein 'Arschloch, Wichser, Hurensohn'-brüllender Mensch lediglich seinem Partner am anderen Ende der Leitung einen harten Tag im Büro schildert." Gleichzeitig werde aus Höflichkeit niemand mehr wagen, Menschen, die Selbstgespräche mit einem falschen Headset führen, anzusprechen.
Sollten Patienten darüber hinaus auch noch Stimmen hören (z.B. "Sie lachen über dich. Bring sie alle um.") oder an einem Tinnitus leiden, könnten integrierte Lautsprecher in der Headset-Attrappe genutzt werden, um etwaige Störgeräusche mit lauter Musik zu übertönen.
ssi; Foto oben: Kocio, CC BY-SA 3.0, Foto rechts: Giovanni Bigniani