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Dienstag, 4. Januar 2011

Medien nur mäßig begeistert von Comeback der Schweinegrippe

Berlin, Hamburg, Frankfurt (dpo) - Zahlreiche Redaktionen haben heute ihren Unmut über das unprofessionelle Verhalten der Schweinegrippe geäußert. Besonders scharf wurde der auch als H1N1-Virus bekannte Erreger dafür kritisiert, dass er sich nicht an den üblichen Medienzyklus hält und jetzt nach über einem Jahr erneut zuschlägt.
"Die Schweinegrippe ist viel zu unprofessionell", beklagt sich etwa ein Redakteur von Deutschlands zweitgrößter Tageszeitung Bild. "Nachdem wir sie im vergangenen Jahr in tausenden Artikeln hochgeschrieben und zu Tode gemolken haben, fehlt uns eigentlich die Lust, darüber jetzt wieder zu berichten. Immerhin haben uns die läppischen 250 Toten dieser sogenannten Pandemie gegenüber den 10.000 bei einer herkömmlichen Grippewelle schwer enttäuscht."

Eigentlich hatten die Medien nach BSE, der Vogelgrippe, SARS und der Schweinegrippe auf das Auftauchen einer völlig neuen Krankheit gehofft, die sie gewinnbringend ausschlachten können.
"Irgendeine Seuche, bei der die Opfer aus den Augen bluten oder bei der ihnen die Köpfe platzen, wäre klasse – darüber würden wir gerne berichten", so Elke B., die Epidemieexpertin der Qualitätszeitung Welt. "Aber Schweinegrippe ist so 2009."
Dennoch: Bis eine solche neue fantastische Krankheit auftaucht, so kündigten Sprecher von Bild, Welt, Spiegel, Hamburger Abendblatt, FAZ, Focus, RP Online, heute.de und Berliner Kurier an, werde man noch ein letztes Mal mit der Schweinegrippe zusammenarbeiten und den jetzigen Miniausbruch mit drei Toten so reißerisch wie möglich begleiten.
ssi; Collage links (zur Vergrößerung anklicken): Sind trotz ihres Unmuts vorerst glücklich, dass sie überhaupt etwas zu berichten haben: Hysterische Medien; Foto rechts: Hält sich nicht an den üblichen Medienzyklus und ist wieder da: Die Schweinegrippe.



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