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Donnerstag, 4. August 2011

Zu wenig Kinder: Regierung verschiebt Erreichen der Volljährigkeit von 18 auf 28

Berlin (dpo) - Endlich wieder mehr Kinder! Die Bundesregierung hat auf das Ergebnis des Mikrozensus 2010 reagiert, aus dem Deutschland als kinderärmstes Land der EU hervorging. Um den Prozentsatz der Minderjährigen von nur 16,5 Prozent an der Gesamtbevölkerung signifikant zu steigern, soll die Volljährigkeit künftig erst nach Abschluss des 28. Lebensjahres erlangt werden.

Familienministerin Kristina Schröder (CDU) erläuterte die Gesetzesänderung, die am 1. Januar in Kraft treten soll, näher: "Durch die Einbeziehung der 18- bis 27-jährigen wird der Kinderanteil in Deutschland schlagartig auf rund 39 Prozent ansteigen, womit sich die Deutschen europaweit als kinderreichstes Volk rühmen dürfen; sogar noch weit vor dem bisherigen EU-Spitzenreiter Irland (Kinderanteil: 25,1 %) oder gar der Türkei (31,2 %)."
Zum Glück schon über 30: Schröder
Schröder lobte unter anderem auch, dass eine Verlängerung der Kindheit um zehn Jahre den Staathaushalt deutlich weniger strapaziere als eine vernünftige Familienpolitik, wie sie etwa in Frankreich (Kinderanteil: 22,2 %) praktiziert wird.
Für alle diejenigen, die in der kritischen Altersklasse zwischen 18 und 27 liegen, bedeutet die Neuregelung einige Umstellungen. So dürfen sie, bis sie 28 sind, unter anderem keinen harten Alkohol mehr konsumieren (Wein und Bier ab 24), nicht mehr rauchen und nicht mehr wählen. Sex mit Erwachsenen (28+) kann unter Umständen illegal sein. Außerdem gilt für Unter-28-Jährige das Jugendstrafrecht (in Einzelfällen auch von 28 bis 31).
Bald verboten: Pornostars unter 28
Weiterhin fallen alle Erotik- und Pornofilme mit Darstellern unter 28 ab nächstem Jahr in den Bereich der Kinderpornographie.
Demographen sehen in der Verlängerung der Kindheit um zehn Jahre einen sinnvollen Ausgleich, da die Menschen durch die in den letzten Jahrzehnten gestiegene Lebenserwartung ohnehin länger arbeiten müssen und länger ihre Rente genießen können. Da viele junge Menschen bis Ende 20 noch zu Hause bei ihren Eltern leben, entspräche dies auch den Realitäten.
Angesichts der Tatsache, dass es in den neuen Bundesländern noch weniger Kinder gibt als im Westen der Republik, fordern die Experten allerdings, das Erreichen der Volljährigkeit dort langfristig auf 40 zu verschieben.

ssi; Foto rechts: Thomas Vogt, CC BY 2.0, Foto links oben: © Kitty - Fotolia.com, Foto links unten aus dem Postillon-Porno-Archiv



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