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Mittwoch, 7. Dezember 2011

Mutter ertappt Teenager, als er sich gerade selbst googelt

Detmold (dpo) - Es ist der Alptraum eines jeden Jugendlichen: Max W. aus Detmold wurde von seiner Mutter Erna W. auf frischer Tat ertappt, als er sich gerade selbst gegoogelt hat. Seitdem herrscht zwischen den beiden peinlich berührtes Schweigen.

"Ich hätte meine Zimmertür absperren sollen", klagt der 14-Jährige. "Aber ich dachte, dass ich mich so schnell selbst googeln könnte, dass niemand etwas merkt." Doch es kam anders. Noch bevor Max das Browserfenster schließen oder schnell ein anderes öffnen konnte, stand plötzlich seine Mutter hinter ihm.
"Ich wäre am liebsten im Boden versunken", so Max. "Was denkt sie jetzt von mir?" Erna W. verließ das Zimmer ihres Sohnes daraufhin sofort wieder mit einer fadenscheinigen Ausrede.
Suchmaschinen wie diese gibt es viele im Internet
Im Gespräch mit dem Postillon zeigt sich, wie verunsichert die alleinerziehende Mutter ist: "Ich erkenne meinen Jungen gar nicht mehr wieder. Ich bin ja eigentlich sehr tolerant, was so etwas angeht, aber in seinem Alter finde ich das jetzt doch ein wenig bedenklich." Erna W. ist besonders darüber entsetzt, dass sich ihr Sohn sogar mit Anführungszeichen googelte. Sie ist überzeugt: "Der hat das ganz offensichtlich nicht zum ersten Mal gemacht. Ich hoffe, er wäscht sich danach wenigstens die Griffel."
Doch wie sollen Eltern, die selbst oft erst im Erwachsenenalter damit begonnen haben, sich selbst zu googeln, mit so einer Situation umgehen? Der Verhaltensforscher Professor Heinz Levken weiß zu beruhigen: "Selbstgoogelung ist in diesem Alter ganz natürlich. Die Jugendlichen wollen einfach mehr über sich herausfinden und beginnen zu experimentieren."
So soll selbst exzessive Selbstgoogelung aus medizinischer Sicht unbedenklich sein. Behauptungen, man könne davon Haare auf den Handflächen und krumme Finger bekommen oder gar Rückenmarkschwund erleiden, verweist Levken in das Reich der Legenden.
ssi; Foto oben: Fotolia



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