
Berlin (dpo) - Die von den Innenministern von Bund und Ländern geplante "Abschaltung" der vom Verfassungsschutz bezahlten V-Leute in der NPD könnte sich schwieriger gestalten als erwartet. Führende Neonazis, die bisher für ihre Tätigkeit in den Vorständen und Gremien der Radikalenpartei regelmäßige Zuwendungen bekamen, sehen in dem Ministerbeschluss keinen Grund zum Ausstieg. Für sie ist es Ehrensache weiterzumachen.
In Hintergrundgesprächen räumten etliche V-Leute ein, dass es außer den Zuwendungen vom Verfassungsschutz für sie noch andere Gründe gäbe, weiterzumachen. "Die Bewegung" sei ihnen in den letzen 15 Jahren "doch irgendwie ans Herz gewachsen".![]() |
| Machen weiter: V-Leute (1., 4., 5. und 8. v. r.) |
Eine Lösung für dieses Dilemma schlug der Leipziger Politikwissenschaftler Dr. Helmut Watzlaff vor. Die Abschaltung müsse, gerade im Hinblick auf die oft eher perspektivlose Situation der V-Leute, sozialverträglich gestaltet werden. Er ist sich sicher, dass nur die Zahlung einer üppigen Nichtbespitzelungsprämie den harten Kern vom Weitermachen abhalten würde. Watzlaff: "Diese Leistung fürs Nichtstun sollte wegen der rechtschaffenen Gesinnung der Beteiligten einen respektabel klingenden Namen erhalten. Passend wäre etwa der Begriff 'Ehrensold'."
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