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Freitag, 23. März 2012

Türsteher vor Praxen sollen Zahl der Arztbesuche reduzieren

Berlin (dpo) - Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hat ein neues Konzept vorgelegt, um die Zahl der unnötigen Arztbesuche entscheidend zu reduzieren. Anstatt - wie von Experten vorgeschlagen - fünf Euro pro Arztbesuch zu verlangen, sollen künftig Türsteher vor jeder Praxis entscheiden, ob ein Patient "hier reinkommt" oder nicht.

Zuvor waren mehrere Studien zu dem Ergebnis gekommen, dass die Praxisgebühr in ihrer derzeitigen Form nicht abschreckend genug auf die Patienten wirkt.
Hatte die Idee nach einem Discobesuch: Bahr
Daniel Bahr ist von seinem neuen türpolitischen Konzept überzeugt. Er sagte bei einer Pressekonferenz: "Wenn jemand Leute erfolgreich am Eintreten in Arztpraxen hindern kann, dann sind es bedrohlich wirkende, stämmige Türsteher, die notfalls auch mal zulangen können." Bahr selbst habe sich davon erst vergangene Nacht bei einem missglückten Discobesuch überzeugen dürfen.
Bahr weiter: "Der Praxistürsteher prüft jeden Patienten und entscheidet dann, ob er auch krank genug wirkt, um reinzudürfen." Anders als in ihrem natürlichen Habitat, der Discotür, sollen die Türsteher jedoch so umgeschult werden, dass sie Stammgäste erkennen und abweisen. Außerdem soll Patienten eher der Zutritt gewährt werden, wenn dem Türsteher "ihr Gesicht nicht gefällt", weil dies oft auf eine gefährliche Krankheit hinweist.
Wer kurz raus muss, erhält einen Stempel
Dennoch können Patienten, die wirklich ernsthaft krank sind, nach wie vor in den Genuss eines Arztbesuchs kommen. Denn sobald der Türsteher Gewalt anwenden muss, um einen hartnäckigen Patienten am Eintritt zu hindern, erhält dieser automatisch Zutritt, damit der Arzt etwaige Blessuren und Knochenbrüche behandeln kann.
Auch für den Fall, dass trotz der Türsteher immer noch zu viele Kranke zum Arzt gehen, hat Bahr eine Lösung aus dem Bereich des Nachtlebens in der Tasche. In diesem Fall soll das Wartezimmer zusätzlich mit lauter Elektromusik, blitzenden Stroboskoplichtern und Nebelwerfern in eine Umgebung verwandelt werden, die gerade auf ältere Patienten abstoßend wirkt.
ssi; Foto oben: © DevilGB/arquiplay77 - Fotolia.com, Foto rechts: Daniel Bahr MdB / Frank Ossenbrink, CC BY-SA 3.0, Foto links unten: युकेश at hi.wikipedia



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