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Mittwoch, 18. April 2012

Inflation: Wert des Begriffs Freiheit seit Gaucks Amtsantritt drastisch gefallen

Berlin (dpo) - Verlieren wir bald alle unsere Freiheit – zumindest im semantischen Sinne? In den vergangenen Wochen ist das rhetorische Gewicht des Begriffes "Freiheit" laut einer Studie im Auftrag der Duden-Redaktion um mindestens die Hälfte eingebrochen. Schuld daran soll Deutschlands neuer Bundespräsident Joachim Gauck sein, der das Wort derart häufig gebraucht, dass es immer drastischer an Wert verliert.

Die Studie sollte aufklären, ob der Begriff "Freiheit" überhaupt noch in die nächste Ausgabe des Duden aufgenommen werden muss.
Professor Heinz Geiwasser erklärt den Bedeutungsverlust des Wortes so: "Sobald ein Überangebot eines Gutes oder Begriffs besteht, fällt automatisch sein Wert", so der Soziologe. "Und bei Gaucks Reden herrscht eindeutig ein Überangebot. Den Begriff Freiheit verwendet er unseren Auswertungen zufolge häufiger als das Bindewort "und" sowie Artikel wie "der", "die" oder "das"."
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Wie häufig Gauck von Freiheit spricht, kann womöglich folgendes Beispiel von Gaucks Antrittsbesuch in Polen illustrieren: Vier Jugendliche aus Bottrop hatten sich die Rede des Bundespräsidenten gemeinsam im Fernsehen angesehen, zuvor jedoch vereinbart, immer dann, wenn das Wort Freiheit fällt, einen Schnaps zu trinken. Alle vier wurden nur wenig später mit schwerer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert.
Dabei hatte sich der Begriff "Freiheit" schon vor Gaucks Amtsantritt nicht eben in bester Verfassung befunden. Jahrzehntelang versuchte etwa die FDP, ihn lediglich auf die Freiheit der Märkte zu reduzieren. Bizarrer Höhepunkt dieser Entwicklung: In den Neunzigern wurde der Freiheitsbegriff sogar im Werbeslogan einer Kreditkartenfirma bemüht: "Visa, die Freiheit nehm ich mir."
Doch erst seit Gaucks Amtsantritt droht eine echte Hyperinflation. Experten befürchten, man müsse bald bis zu eine Million Mal hintereinander "Freiheit" sagen, um das Äquivalent einer einzigen Nennung des Begriffs "Freiheit" im Jahre 2010 zu erhalten.
Der Bundespräsident selbst sieht darin kein Problem: "Die Vorwürfe sind natürlich eine Freiheit äh... Frechheit, meine ich. Unter Freiheit verstehe ich nämlich auch die Freiheit, so oft Freiheit zu sagen wie ich will", erklärte Freiheitskämpfer Gauck auf Anfrage und fügte hinzu: "Freiheit!"
Im Vertrauen verriet Gauck dem Postillon außerdem seine Pläne für die nahe Zukunft. In seinen nächsten Reden will sich Joachim Gauck für mehr Beinfreiheit in Bussen und Flugzeugen einsetzen und die Freiheit loben, die er im Schritt empfindet, wenn er keine zwickenden Unterhosen trägt.
ssi; Foto oben links: © Leonardo Franko - Fotolia.com, Foto rechts: Tohma, CC BY-SA 3.0

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