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Mittwoch, 4. April 2012

"Nur weil sie weiß ist": Milchbauern protestieren gegen Laktoseintoleranz

Berlin (dpo) - Mehrere Hundert Landwirte haben heute vor dem Bundeskanzleramt in Berlin gegen die fortschreitende Laktoseintoleranz in Deutschland und Europa protestiert. Sie forderten die Regierung auf, endlich wirksam gegen die schändliche Abscheu gegen ein Getränk vorzugehen, von dem man immer dachte, es sei eigentlich schon längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Doch die Ressentiments sitzen tief. Allein in Deutschland sind schätzungsweise 15 bis 25 Prozent der Gesamtbevölkerung derart laktoseintolerant, dass sie mit heftigen Darmwinden, Übelkeit und Magendrücken bis hin zu Durchfall und Erbrechen reagieren, wann immer sie mit Milch oder Milchprodukten in Berührung kommen.
Weißes Opfer von Intoleranz
"Das ist doch krank! Diese Menschen reagieren geradezu allergisch auf Milch", so Franz Sonnleitner, der Vorsitzende des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM). Er ist überzeugt, dass Milch vor allem deshalb so häufig mit Laktoseintoleranz konfrontiert ist, weil sie weiß ist.
Doch woher kommt dieses Phänomen? Gesellschaftsforscher Hanno Wilbur erklärt: "Laktoseintoleranz ist häufig bei Großstädtern anzutreffen, also bei solchen Menschen, die in ihrem Alltag so gut wie nichts mit Milch zu tun haben. Ich bin sicher, wenn sie sich wie die deutlich laktosetolerantere Landbevölkerung die Mühe machen und Milch besser kennenlernen würden, dann würden viele merken, dass sie ein Getränk wie jedes andere auch ist, und ihre Abneigung einfach herunterschlucken."
Der BDM fordert von der Regierung, umgehend Maßnahmen zu ergreifen. So sollen in Vierteln mit einem hohen Bevölkerungsanteil an Südostasiaten, die als besonders laktoseintolerant gelten, spezielle "Milkworker" eingesetzt werden. Sie könnten zumindest den Kids zeigen, dass Intoleranz nie eine gute Idee ist. Außerdem sollen unbedachte Äußerungen wie "Milchbubi", "blöde Kuh" und "Milchmädchenrechnung" geächtet werden.
ssi; Foto oben: rs-Foto, CC BY 2.0, Foto rechts: © Marius Graf - Fotolia.com



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