Berlin (dpo) - Sie bewegen sich durch die reale Welt, als wären sie dort geboren, kommunizieren "Face-to-Face" oder gehen "Analogsurfen". Sie vernachlässigen Facebook-Freunde, verlieren ihr ganzes Geld in sogenannten "Läden" und sind oft nicht fähig, sich in Foren und Chats adäquat zu äußern: Die Rede ist von Offlinesüchtigen. Weil es davon in Deutschland zu viele gibt, schlägt Mechthild Dyckmans, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, jetzt Alarm.Dyckmans erklärte im Zuge eines Presse-Livechats auf ihrer Domain: "Allein in der .de-Region sind rund 20 Millionen potenzielle User offlineabhängig und verbringen nahezu ihr gesamtes Leben außerhalb des Internets. Weitere 60 Millionen sind stark gefährdet und unternehmen immer wieder teils mehrstündige Ausflüge ins wahre Leben, wo sie für Familie und Freunde über Facebook oder Twitter nicht mehr zu erreichen sind."
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| Für diesen Rentner gibt es noch Hoffnung, dass er sich ans Internet gewöhnt |
Eine aktuelle, crowdgesourcte Studie erklärt dieses Phänomen damit, dass das Phänomen Offlinesucht bis vor wenigen Jahren noch völlig unbekannt war. Besonders ältere Menschen seien nicht sensibilisiert und hätten von klein auf erhebliche Zeit offline verbracht, da die Beschränkung auf eine körperliche Identität bis in die 90er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts als völlig unproblematisch angesehen worden war.
Um die Anzahl der Offlinesüchtigen erfolgreich einzudämmen, will Dyckmans nun so schnell wie möglich eine Suchtberatungswebseite mit Chatberatung und Hilfsforen einrichten. Eine Pop-Up-Kampagne auf allen großen Nachrichtenportalen soll weitere Aufmerksamkeit schaffen. Dyckmans: "Es wäre ja gelacht, wenn wir Offlinesüchtige auf diese Weise nicht erreichen können."
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