
Berlin, Mainz (dpo) - Aufgrund der hohen Nachfrage haben Deutschlands Nachrichtenmedien eine zentrale Beschwerdehotline für Unionspolitiker eingerichtet. Unter der gebührenpflichtigen 0180-Nummer können Abgeordnete und Funktionäre von CDU und CSU künftig ihre Wünsche, Anregungen und Beschwerden bezüglich der Berichterstattung äußern, ohne Journalisten bei der Arbeit zu behindern.
"Diese Maßnahme wurde nötig, weil wir aufgrund von Anrufen wie dem von Christian Wulff bei der "Bild"-Zeitung oder vom inzwischen zurückgetretenen CSU-Sprecher Hans Michael Strepp bei ZDF heute kaum noch zum Recherchieren kommen", erklärte ein Sprecher des Deutschen Journalisten-Verbandes. "Dabei sind das nur die beiden Versuche von Einflussnahme, die an die Öffentlichkeit gelangt sind." Bei vielen Journalisten klingele das Telefon jedoch Tag und Nacht.![]() |
| Am Apparat: Unionspolitiker |
Finanziert wird die Beschwerdehotline, die rund um die Uhr immer von fünf Mitarbeitern besetzt sein wird, durch ihre Gebührenpflichtigkeit. Da jeder Anruf aus dem deutschen Festnetz 99 Cent pro Minute (Mobilfunk: max. 1,99 €/min) kostet, dürfte die Hotline nicht nur kostendeckend arbeiten, sondern sogar satte Gewinne abwerfen.
ssi; Foto oben: © Rido - Fotolia.com
*Beispiele:
"Bitte nicht, sonst bin ich ganz traurig." (1/10)
"Das wird Diskussionen nach sich ziehen!" (3/10)
"Der Rubikon ist überschritten. Das gibt Krieg!" (7/10)
"Pressefritze, das wirst du noch bitter bereuen, du, deine Kinder und deine Kindeskinder! Ich schlitz euch alle auf!" (10/10)
