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Dienstag, 5. März 2013

Europäische Union plant Privatisierung von Sauerstoff

Brüssel (dpo) - Die Europäische Union plant, nach der Trinkwasserversorgung nun auch die Versorgung mit Sauerstoff zu privatisieren. Eine neu verabschiedete Richtlinie sieht vor, dass ab Januar 2014 die Versorgung mit Atemluft europaweit ausgeschrieben werden muss. Kritiker befürchten, dass durch die Öffnung des Marktes für Privatunternehmen Sauerstoff zum Luxusgut werden könnte oder die Qualität leidet.

Diese Sorge will EU-Binnenmarktkommissar Barnier im Keim ersticken: "Ziel der Maßnahme ist es, das bisherige Monopol der Sauerstoffproduktion durch Pflanzen und Algen zu brechen sowie Alternativen zur umständlichen Distribution mithilfe von Wind und Wetter zu finden."
Will als nächstes Liebe privatisieren: EU
Von der neuen Konkurrenzsituation würden dann wiederum die Verbraucher profitieren, die ihre Atemluft nicht mehr zu einem unflexiblen Preis von 0 Cent pro Liter beziehen müssen. Stattdessen könnte es verschiedene Modelle von der genauen Berechnung pro Atemzug bis hin zur Flatrate geben.
Auch soll die Privatisierung die überall grassierende Sauerstoffverschwendung eindämmen. Barnier: "Die Menschen müssen lernen, dass Luft nicht auf Bäumen wächst."
So sei es etwa vollkommen überflüssig, dass Sauerstoff derzeit auch an Orten verfügbar ist, an denen er überhaupt nicht konsumiert wird – etwa in über 100 Metern Höhe oder in Brandenburg.
Zittert um ihr Monopol wie Espenlaub: Linde
Reinhold Bohn, der Geschäftsführer von Europas größtem privaten Atemluftversorger Aerolia, sieht das ähnlich. "Sauerstoff ist ein Lebensmittel und deswegen sollte er auch einen Marktwert haben. Nur so lernen die Menschen, sparsam damit umzugehen."
Sauerstoff könnte unerschwinglich werden, fürchtet hingegen die Bürgerinitiative Right2Oxygen. Sie konnte bereits mehr als eine Million Unterschriften gegen die Richtlinie sammeln und damit immerhin einen Teilerfolg erzielen: Mitglieder fast aller im Bundestag vertretenen Fraktionen verurteilten den Beschluss aus Brüssel aufs Schärfste – nur um ihn anschließend aus unerfindlichen Gründen durch das Parlament zu winken.
ssi; Idee: Hoo-Hoo; Foto oben: © Robert Kneschke - Fotolia.com, Foto links unten: Stefan Wernli, CC BY-SA 2.5



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