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Mittwoch, 8. Mai 2013

Nordkoreanischer Pazifist demonstriert gegen Krieg, indem er nicht ganz im Takt marschiert

Pjöngjang (dpo) - Cho Ho-ung (20, Name geändert) aus Pjöngjang ist überzeugter Pazifist und nutzt jede Gelegenheit, dies auch zum Ausdruck zu bringen; etwa indem er während Militärparaden und -übungen minimal weniger eifrig marschiert als seine Kameraden. Durch seinen mutigen Protest gegen Krieg und Militarismus riskiert der Untergefreite, der gerade seinen 7-jährigen Wehrdienst absolviert, Kopf und Kragen.

Rebellisch: Chos langes wallendes Haar
"Die Kunst besteht darin, nur so wenig aus dem Takt zu marschieren, dass meine Vorgesetzten mich allenfalls für ein wenig ungelenk halten", erklärt Cho Ho-ung stolz bei einem Geheimtreffen mit dem Nordkorea-Korrespondenten des Postillon. Er verrät außerdem: "Als Friedensaktivist fühle ich mich natürlich auch der Hippie-Bewegung verbunden, weswegen ich mein Haar einen halben Millimeter länger trage als von der Militärführung vorgeschrieben."
Doch damit nicht genug. Der junge Idealist schießt bei Zielübungen mit dem Maschinengewehr regelmäßig kaum erkennbare Peace-Zeichen in die mit Bildern von südkoreanischen Politikern bestückten Zielscheiben. Manchmal, bei geräuschintensiven Manövern, summt er leise die Melodie von "Give Peace a Chance".
Auch auf den Ernstfall ist Cho Ho-ung vorbereitet. Sollte es tatsächlich zum Krieg zwischen Nord- und Südkorea kommen, würde er versuchen, feindliche Soldaten nicht zu töten, sondern - ganz subversiv - nur schwer zu verwunden.
ssi



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