Newsticker

Donnerstag, 29. August 2013

Alarmierende Studie: 68 Prozent aller Erstwähler können keinen Stift mehr bedienen

Berlin (dpo) - Eine Studie des Instituts für Demokratie (IfD) hat ergeben, dass mehr als zwei Drittel aller Erstwähler nicht mehr imstande sind, einen Stift zu bedienen. Junge Menschen, aufgewachsen mit Joypad, Computermaus, Tastatur und Touchdisplay, scheitern demnach kollektiv daran, auf Wahlunterlagen mit Bleistift oder Kugelschreibern ihre Wunschpartei anzukreuzen. Einige verletzten sich sogar selbst.

An der Studie nahmen insgesamt 1009 Erstwähler zwischen 18 und 21 teil. Nur 323 (32%) von ihnen gelang es auf Anhieb, einen herkömmlichen Stift so zwischen ihre Finger oder Faust zu stecken, dass sie damit gezielt ein zwar krakeliges, aber dennoch einigermaßen erkennbares Kreuz in einen Kreis malen konnten.
Dieser Erstwähler sympathisiert nicht etwa mit den Piraten, sondern hat sich selbst verletzt
Die übrigen 686 (68%) Studienteilnehmer hingegen scheiterten zum Teil spektakulär an der Bedienung der "vorsintflutlichen Gerätschaft" (O-Ton Vanessa-Marie, 18), die die meisten zwar "vom Sehen her kannten", aber noch nie benutzt haben.
"Es war ein einziges Desaster", so Günther Lechner, der Leiter der Studie. "Viele hielten den Stift falsch herum oder drückten so stark auf, dass das Papier zerriss. Aber die waren noch harmlos." So hätten insgesamt 47 Teilnehmer (knapp 5%) versucht, den Stift auseinanderzunehmen, um an sein vermeintlich leckeres Inneres zu kommen. Immerhin vier Versuchspersonen (0,4%) hätten sich das Schreibgerät ins Auge gerammt und mussten ins Krankenhaus.
Parteien, die eher jüngere Wählerschichten ansprechen, fordern nun Änderungen am - allem technischen Fortschritt zum Trotz - seit über 60 Jahren gleichen Wahlprozedere. Der Einsatz von Wahlhelfern, die bei Bedarf Bürgern, die nach 1989 geboren sind, beim Ankreuzen zur Hand gehen, ist bereits wieder vom Tisch, weil eine geheime Wahl dadurch nicht mehr gewährleistet wäre.
Auch ein Vorschlag der Piratenpartei, Tablets in den Wahlkabinen auszulegen, auf denen nur ein "Gefällt mir"-Button neben der jeweiligen Partei angetippt werden muss, droht zu scheitern. Erste Tests ergaben, dass diese von Wählern über 40 mit mitgebrachten Kugelschreibern zerkratzt werden.
are, ssi; Foto oben: © MaxWo - Fotolia.com, Foto rechts: © moodboard - Fotolia.com
Artikel teilen:

Reklame

Kommentare einblenden

Reklame


Powered by Blogger