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Sonntag, 15. September 2013

Jeder zweite Bayer leidet an Stockholm-Syndrom

München (dpo) - Einer aktuellen Erhebung zufolge leiden 47,7 Prozent aller bayerischen Wähler am sogenannten Stockholm-Syndrom. Darunter versteht man ein psychologisches Phänomen, bei dem Opfer von Geiselnahmen ein positives emotionales Verhältnis zu ihren Entführern aufbauen. Dies kann dazu führen, dass das Opfer mit den Tätern sympathisiert und mit ihnen kooperiert – etwa indem es immer wieder CSU wählt.

Laut dem anerkannten Psychologen Heinz Grabowski ist das Stockholm-Syndrom die einzige plausible Erklärung, warum die CSU trotz der Verwandtenaffäre, des Justizskandals um Gustl Mollath, des schwachen Auftretens von Innenminister Hans-Peter Friedrich im NSA-Skandal, der Milliardenverluste beim Hypo-Alpe-Adria-Deal, des Herumgeeieres bei den Studiengebühren und zahlreicher weiterer Verfehlungen bei den Landtagswahlen die absolute Mehrheit im Parlament erringen konnte.
Verhältnis zwischen bayerischen Wählern und CSU (rechts)
Grabowski erklärt gegenüber dem Postillon: "Seit 1957 sind die Bayern nun in der Gewalt der CSU und haben sich seitdem mit ihren Entführern arrangiert. Ganz egal wie autoritär, ungerecht oder unberechenbar das Spitzenpersonal der Christsozialen sich ihnen gegenüber verhält, die Bayern sind dankbar, dass es nicht noch schlimmer kommt. Sie sehen keinen anderen Ausweg und nutzen ihre Chance nicht einmal, wenn die Geiselnehmer sie für einen kurzen Moment an den Wahlurnen aus den Augen lassen."
Denn: Der maximale Kontrollverlust bei einer Geiselnahme sei nur schwer zu verkraften. Erträglicher werde er nur, wenn sich das Opfer einredet, es sei zum Teil auch sein Wille, beispielsweise, da es sich mit den Motiven der Entführer identifiziert.
Einen großen Nachteil haben die Bayern gegenüber klassischen Entführungsopfern: Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass der Spuk eines Tages plötzlich vorbei ist, weil ihre Peiniger von der Polizei überwältigt und hinter Gitter gesteckt werden.
ssi; Fotos: Fotolia; Text zum Stockholm-Syndrom teilweise aus Wikipedia übernommen

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