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Mittwoch, 25. September 2013

Nach desolatem Wahlergebnis: Steinbrück, Steinmeier, Gabriel und Nahles treten zurück

Berlin (dpo) - Paukenschlag im Willy-Brandt-Haus! Nach den Spitzenkandidaten von FDP, Piraten und Grünen zieht nun auch die SPD-Führung Konsequenzen aus dem desolaten Wahlergebnis von nur 25,7 Prozent. Bei einer Pressekonferenz verkündeten heute die Hauptverantwortlichen der Niederlage Peer Steinbrück, Frank-Walter Steinmeier, Sigmar Gabriel sowie Andrea Nahles geschlossen ihren Rücktritt.

Der erfolglose SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück machte den Anfang: "25,7 Prozent der Stimmen sind eine Schande für eine ehemalige Volkspartei wie die SPD. Ich übernehme Verantwortung für das nicht zuletzt wegen meiner zahlreichen Patzer zweitschlechteste Wahlergebnis der Nachkriegsgeschichte und ziehe mich aus der Führungsspitze zurück, um den Weg für frische Kräfte freizumachen, die nicht mit der Agenda 2010 vorbelastet sind. Jeder mit einem Funken Anstand würde so handeln."
Verkündete ihren Abschied in Form eines Kinderliedes: Andrea Nahles
Auch Frank-Walter Steinmeier zieht Konsequenzen: "Ich hätte eigentlich schon nach meiner eigenen Wahlniederlage 2009 zurücktreten müssen. Das hole ich hiermit nach. Es wäre geradezu absurd, wenn ich mich jetzt einfach wieder zum Fraktionsvorsitzenden wählen lassen würde, als wäre nichts gewesen. Jetzt muss ein Neuanfang her."
Ganz ähnlich die Begründungen von Nahles und Gabriel: Als Parteivorsitzender und Generalsekretärin fühlen sich die beiden Politiker mitverantwortlich für das erneute Wahldebakel. Ein "Weiter so!", bei dem sich die alte Riege in einer großen Koalition gegenseitig Ministerämter zuschanze, dürfe es keinesfalls geben, erklärte Gabriel. Nun müssten andere aus der zweiten Reihe nach vorne treten und Verhandlungen mit allen im Bundestag vertretenen Parteien führen.
Wer genau an die Spitze der SPD treten wird, ist bislang noch unklar. Allerdings, so die einhellige Meinung der vier zurückgetretenen Politiker, stünde es einer demokratischen Partei wie der SPD gut zu Gesicht, wenn die neue Spitze zur Abwechslung von der Parteibasis aufgestellt und gewählt werden würde, statt hinter verschlossenen Türen vom Vorstand ausgekungelt zu werden.
ssi; Foto oben: Getty Images, Foto rechts: Neumann und Rodtmann, CC BY-SA 2.0

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