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Montag, 3. März 2014

Angestaubtes Geschichtsbuch voller sinnloser Kriege wütend, dass niemand auf es hört

Berlin (dpo) - Vor dem Hintergrund aktueller politischer Entwicklungen in Europa hat am Montag ein angestaubtes Geschichtsbuch voller sinnloser Kriege in der Zentral- und Landesbibliothek Berlin seine Frustration darüber geäußert, dass es auch vierzig Jahre nach seinem Druck offenbar von niemandem ernst genommen wird. "Eigentlich dachte ich, es bestünde kein Zweifel daran, dass Gewalt zum Erreichen politischer Ziele immer unsägliches Leid nach sich zieht", erklärte das enttäuschte Werk gegenüber dem Postillon. Offenbar habe es dabei falsch gelegen.

Dass es trotz tausender sinnloser Kriege in der Weltgeschichte offenbar immer noch Menschen gibt, die Krieg für eine ernstzunehmende Option halten, kann sich der trockene Schmöker nur damit erklären, dass er bereits seit 1996 nicht mehr ausgeliehen wurde.
Eines von vielen ignorierten Bildern aus dem Geschichtsbuch: Erschießung von Juden in der Ukraine 1942
Andernfalls müsste nämlich der letzte Idiot längst begriffen haben, wovon der alte Wälzer rede. "Ich alleine habe ganze vierzehn Kapitel, die an konkreten historischen Beispielen genauestens über den enormen Schaden und die Sinnlosigkeit des Krieges informieren", so das leicht zerfledderte Buch. "Nehmen Sie beispielsweise den Ersten Weltkrieg, die Kreuzzüge oder – wenn Sie etwas Schönes wollen – den Krieg um Jenkins' Ohr auf Seite 328. Muss ich noch mehr sagen?"
Nun setzt das niedergeschlagene Werk seine letzte Hoffnung auf den langhaarigen Geschichtsstudenten, der es damals zuletzt für seine Abschlussarbeit nutzte. Vielleicht gelingt es diesem, die offenbar ahnungslose Menschheit über seinen Inhalt zu informieren, bevor alles zu spät ist.
Bis dahin jedoch müsse es seine Existenz als gescheitert betrachten und sich zusammen mit Werken über die mangelnde Belegbarkeit esoterischer Heilmethoden oder die Vertrauenswürdigkeit von Politikerversprechen in eine lange Liste offenbar ignorierter Bücher einreihen.
dan; Foto oben: © TADDEUS - Fotolia.com

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