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Donnerstag, 17. April 2014

Mann, der Ukraine-Krise objektiv betrachtet, gleichzeitig Putin-Versteher und NATO-Kriegstreiber

Bremen (dpo) - Freunde und Bekannte wenden sich bereits von ihm ab: Denn Armin W. aus Bremen versucht ernsthaft, den derzeitigen Konflikt in der Ukraine differenziert zu betrachten und weigert sich angesichts der komplexen Lage, einen klaren Schuldigen zu benennen. Dieser offensichtlich geisteskranken Einstellung hat es der 34-Jährige zu verdanken, nun von allen Seiten gleichzeitig als Putin-Versteher und NATO-Kriegstreiber der schlimmsten Sorte beschimpft zu werden.

"Man muss sich doch nicht klar auf eine Seite schlagen. Beide Seiten haben Fehler gemacht und sind in anderen Punkten im Recht", rechtfertigt sich W., der nach Ansicht der einen Hälfte seines Bekanntenkreises voll hinter den imperialistischen Absichten der westlichen Kriegstreiber steht und laut der anderen Hälfte ein naives Opfer russischer Propaganda ist.
Neutral, nüchtern, objektiv: Medien
"Ich bin zum Beispiel der Meinung, dass Putin auf der Krim Völkerrecht gebrochen hat und jetzt eine Destabilisierung der Ostukraine in Kauf nimmt, um seinen Einfluss dort zu sichern. Gleichzeitig bin ich kein Freund der neuen Regierung in Kiew und halte die Krisenpolitik des Westens für verfehlt", so der laut übereinstimmenden Angaben der deutschen Presselandschaft quasi-stalinistische Putin-Fanboy bzw. von westlichen Geheimdiensten gesteuerte Mainstream-Medien-Gläubige weiter.
Die Tatsache, dass Armin W. den Ukrainekonflikt im Allgemeinen als zu kompliziert für Schwarz-Weiß-Malerei betrachtet und sich mitunter auch an Ereignisse erinnert, die mehr als zwei Wochen zurückliegen, erschwert seinen Stand bei den Vertretern beider Lager zusätzlich.
Dass er jetzt - wie ihm glaubhaft versichert wurde - offenbar einen Dritten Weltkrieg im Namen des Westens herbeisehnt und gleichzeitig ein treuer Vasall von Zar Putin ist, nimmt Armin W. mit Unbehagen zur Kenntnis. Um bald wieder Teil der Gesellschaft zu werden, erwägt der Bremer nun, in Zukunft allenfalls nur noch eine möglichst einseitige Zeitung zu lesen und auf zusätzliche Informationen zum Thema zu verzichten.
ssi, dan; Foto oben: © gstockstudio - Fotolia.com
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