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Montag, 9. Juni 2014

Klinik bietet Fußballhassern an, sie über die WM in künstliches Koma zu versetzen

Köln/Rio de Janeiro (dpo) - Am Donnerstag beginnt die Weltmeisterschaft in Brasilien – und damit ein Alptraum für leidenschaftliche Fußballhasser, die sich dem auf allen Kanälen zelebrierten Großereignis kaum entziehen können. Eine Kölner Privatklinik bietet ihnen jetzt an, sich während der kommenden 31 Tage kostengünstig in ein künstliches Koma versetzen zu lassen.

Chefarzt Dr. Frederik Koipen erklärt die Gründe für dieses ungewöhnliche Angebot: "Nicht jeder hat Lust, dem allabendlichen Gegröle von betrunkenen Fußballfans zu lauschen und sich 24 Stunden in allen Medien und auf allen Fernsehsendern mit WM-Berichterstattung berieseln zu lassen", so der Mediziner. "Sich vom 12. Juni bis einschließlich 13. Juli in ein künstliches Koma versetzen zu lassen, bedeutet da für viele das kleinere Übel."
Dann doch lieber Koma
Zwar könnten WM-Hasser ihr Heil auch beispielsweise in den wenig fußballbegeisterten Vereinigten Staaten suchen, doch verglichen mit einem USA-Aufenthalt ist ein gut dreiwöchiges künstliches Koma ein Schnäppchen: Es kostet lediglich 800 Euro, die sogar anteilig von der Krankenkasse übernommen werden, sofern der Patient nachweisen kann, dass die Fußballeuphorie seinen Blutdruck in die Höhe treibt.
Manch einem reichen die drei Wochen nicht einmal aus: Kai Wieblinger (31) etwa ließ sich für einen geringen Aufschlag bereits gestern in künstlichen Tiefschlaf versetzen. Zuvor erklärte er, schon die WM-Vorberichterstattung habe ihn wahnsinnig gemacht. "Was interessiert es mich, ob Neuer noch rechtzeitig fit wird und ob Kevin Großkreutz irgendwo hingepinkelt hat? Mir reicht's! Ich bin dann mal weg."
Fußballhasser, die jetzt auf den Geschmack gekommen sind, sollten sich allerdings beeilen. Da inzwischen nahezu alle Betten ausgebucht sind, können Tickets für freie Plätze nur noch zu völlig überhöhten Schwarzmarktpreisen auf dem Parkplatz vor der Klinik ergattert werden.
ssi; Foto oben/rechts: © Tyler Olson/ Ingo Bartussek - Fotolia.com
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