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Mittwoch, 24. September 2014

Laune der Natur? Forscher entdecken Hirschkuh mit Arschgeweih

Bautzen (dpo) - Erstmals haben Tierforscher in freier Wildbahn einen Hirsch mit Arschgeweih beobachtet. Das weibliche Exemplar war bereits letzte Woche von einem Team Bautzener Zoologen beim Äsen fotografiert worden. Ob hinter der eigenartigen Deformation ein Gendefekt, ein neuer Schritt in der Evolution oder nur eine reine Modeerscheinung steckt, konnten die Wissenschaftler noch nicht eindeutig klären.

Auf das sonderbare Exemplar stießen die sächsischen Forscher völlig unvermittelt, nachdem sie in den Wäldern um Bautzen der Fährte eines Wolfsrudels gefolgt waren. "Plötzlich stand dieses prächtige Damtier vor uns auf der Lichtung. Ein imposantes achtendiges Geweih prangte über seinem Spiegel (=Hinterteil; Anm.d.Red.)", erinnert sich Hansjörg Fritzsche, erster Vorsitzender der Zoologischen Gesellschaft Ostsachsen.
Wirkt eher abgetörnt durch den aufdringlichen Körperschmuck der Damen: Hirsch
Offenbar trat das Phänomen noch bei drei weiteren Tieren aus demselben Rudel auf. Besonders kurios: Die Mutation war ausschließlich bei Hirschkühen zu beobachten, männliche Artgenossen scheinen nicht betroffen.
"Wir können nur spekulieren, ob es sich dabei um eine evolutionäre Weiterentwicklung oder schlicht um eine üble Laune der Natur handelt", so Fritzsche. "Wir tippen aber auf Letzteres."
Denn obwohl die Hirschkühe ihr markantes Gestänge demonstrativ zur Schau stellten, ließ sich kein echter Nutzen erkennen. Im Gegenteil: Das Team um Fritzsche stellte fest, dass der ungewöhnliche Schmuck am Hinterteil als sexuelles Lockmittel ausschied und selbst auf brünftige Hirsche offenbar eine abschreckende Wirkung hatte. "Die Männchen fühlten sich beim Akt sichtlich unwohl und verkeilten sich sogar zum Teil", so Fritzsche nach eingehender Observation.
Die von den Wissenschaftlern liebevoll als "Arschgeweih" betitelte Mutation scheint nach einer ersten Einschätzung so fest mit dem Steiß der Hirschkühe verwachsen zu sein, dass es nicht - wie sonst bei Hirschgeweihen üblich - jedes Jahr abgeworfen wird und neu nachwächst. Stattdessen dürfte es bis zum Lebensende der Tiere Bestand haben und vor allem im Alter immer tiefer rutschen und unansehnlicher werden.
swo, ssi, dan; Foto oben [M, fed]: Dennis van de Water, deepspacedave / Shutterstock, Foto rechts: Bill Ebbesen, CC BY 3.0
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