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Donnerstag, 6. November 2014

Obama muss "fest geplante" Guantanamo-Schließung wegen Wahlniederlage absagen

Washington (dpo) - Nach der Niederlage für die Demokraten bei den US-amerikanischen Kongresswahlen muss sich Präsident Obama von einem seiner zentralen Wahlversprechen von 2009 verabschieden: So sei die für nächste Woche "definitiv fest geplante" Schließung des Gefangenenlagers auf der Guantanamo Bay Naval Base in Kuba aufgrund der geänderten Machtverhältnisse nun leider nicht mehr machbar, so Obama.

"Ungelogen: Nächste Woche hätte ich das Lager tatsächlich dichtgemacht", erklärte Obama kurz nach der Wahlschlappe in einem Interview mit dem Fernsehsender NBC. "Eigentlich steht Guantanamo ja schon ewig ganz oben auf meiner To-Do-Liste, aber in den letzten Jahren kam immer etwas dazwischen – meine Amtseinführungsfeier, der Drohnenkrieg, das Oval Office aufräumen, meine Wiederwahl."
Letztes Jahr etwa habe er die in seinem Kalender für die Schließung von Guantanamo anberaumte Zeit damit verbracht, die überaus spannende Autobiografie "Guantanamo: My Journey" über das jahrelange Martyrium eines ehemaligen Häftlings zu lesen.
Angesprochen darauf, dass er immer noch knapp zwei Jahre Zeit habe, die Schließung des völkerrechtswidrigen Gefangenenlagers notfalls im Alleingang durchzusetzen, schielte Obama traurig in Richtung eines alten "Yes We Can"-Posters in der Ecke des Zimmers und beendete wortlos das Interview.
fed, dan, ssi
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