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Montag, 3. November 2014

Teenager lässt sich Arm chirurgisch verlängern, um Ganzkörper-Selfies machen zu können

Frankfurt (dpo) – Einer ungewöhnlichen plastischen Operation hat sich ein Teenager aus Frankfurt unterzogen. Weil der 17-jährige Marcel Fricke bisher keine Selfies von seinem ganzen Körper knipsen konnte, entschied er sich kurzerhand zu einer Verlängerung seines rechten Arms. Das operierte Körperteil ist nun stolze 104 Zentimeter lang – 38 Zentimeter länger als zuvor.

Marcel, der sich mit seinem kurzen Arm nicht wohlgefühlt hatte, ist mit dem Ergebnis zufrieden. "Ohne Armverlängerung hab ich auf Selfies immer nur meinen Oberkörper draufgekriegt. Das war scheiße", erinnert sich der Heranwachsende an die qualvollen Jahre vor dem Eingriff. An Gruppenselfies, auf denen etwa alle Mitglieder seiner 12-köpfigen Clique zu sehen sind, sei gar nicht erst zu denken gewesen.
Ärzte bei der Verlängerung von Marcels Selfie-Arm
Bei der weltweit ersten einseitigen Armverlängerung ("Brachial-Augmentation") wurden - ähnlich einer Beinverlängerung bei Kleinwüchsigen - die Oberarm- und Unterarmknochen des jungen Patienten gebrochen und über mehrere Monate mit einem Gerüst gestreckt, erklärt der Facharzt für plastische Chirurgie Dr. Hermann Gentz. Seit die mit 3000 Euro verhältnismäßig günstige Operation publik wurde, kann sich das Krankenhaus vor Anfragen kaum mehr retten. Allerdings werden die Kosten bislang noch nicht von den gesetzlichen Krankenkassen getragen.
Marcels Eltern waren zunächst skeptisch, haben sich dann aber dafür entschieden, ihren Sohn zu unterstützen. Dass er mit seinem Arm hin und wieder in der Autotür hängenbleibt und das Duschen etwas länger dauert, nehmen sie billigend in Kauf. Im Gegenzug erhoffen sie sich verbesserte Zensuren, weil Marcel nach seiner OP bei Wortmeldungen im Unterricht öfter drankommen dürfte.
Derzeit liegt Marcel noch auf der Station des St.-Christophorus-Krankenhauses in Frankfurt. Bevor er aber entlassen wird, will er unbedingt noch ein Selfie von sich, seiner Familie, der gesamten Krankenhausbelegschaft und dem Gebäude versuchen.
fed, ssi, dan; Foto [M]: Jakub Zak / Shutterstock
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