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Freitag, 27. Februar 2015

Zwangsschließung: Japanisches Restaurant servierte jahrelang rohen Fisch

Berlin (dpo) - Die Hauptstadt ist um ein Sushi-Lokal ärmer: Aufgrund hygienischer Missstände ist das japanische Restaurant Nakamuri Faki in Berlin-Mitte am Donnerstag von den zuständigen Behörden geschlossen worden. Mitarbeiter der amtlichen Lebensmittelüberwachung des Landes Berlin werfen den Betreibern vor, kiloweise rohen Fisch serviert zu haben. Außerdem fanden die Beamten bei einer Kontrolle Schalentiere und Algen in der Küche des Restaurants.

"Ich verstehe nicht, warum die ihre Gerichte nicht vor dem Servieren noch kurz in die Pfanne oder meinetwegen in einen Wok geschmissen und ordentlich durchgebraten haben", so einer der zuständigen Lebensmittelkontrolleure. "Dann hätten sie sich den ganzen Ärger erspart."
Selbst der Meerrettich war grün – Schimmelverdacht!
Klar scheint nur: Die wirtschaftliche Lage der geschlossenen Gaststätte war offenbar alarmierend. So wurden den Gästen statt richtigem Besteck lediglich nutzlose Holzstöcke zum Essen gereicht.
Entsprechend vermuten die Behörden auch hinter der Hauptursache für die Schließung - dem rohen Essen - finanzielle Probleme. Darauf deuten nicht zuletzt die horrenden Preise hin, die die Betreiber für ihren Fisch verlangten. Genützt hat es nichts – ihnen droht nun neben der Schließung eine saftige Geldstrafe.
Ein kleiner Trost: Einen allgemeinen Qualitätsrückgang in der Berliner Gastronomie-Szene gibt es nicht. Bei Stichproben schnitten zahlreiche Wirtshäuser, Currywurstbuden und Dönerläden in punkto Garzustand wesentlich besser ab.
Auch wenn einige Sushi-Liebhaber die Schließung von Nakamuri Faki bedauern werden, bleibt der Schritt für die meisten von ihnen dennoch nachvollziehbar: Auf der Internetseite des Restaurants beklagen sich nicht wenige Gäste über schlechten Service. Selbst gekochte Speisen wie der zum Fisch gereichte Reis sollen oft schon kalt gewesen sein, wenn sie serviert wurden.
fed, ssi, dan; Fotos: Shutterstock
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