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Mittwoch, 6. Mai 2015

Nach zahlreichen Skandalen: NSA verkauft Tochterunternehmen BND

Berlin, Crypto City (dpo) - Die Führung der amerikanischen National Security Agency (NSA) hat angekündigt, ihre in Deutschland ansässige Tochterorganisation BND abzustoßen. Laut Insiderinformationen betrachtet die NSA-Spitze ihre deutsche Filiale aufgrund der jüngsten Skandale mittlerweile als Belastung. Offiziell spricht NSA-Chef Michael S. Rogers von einem hervorragenden Angebot.

"Für den BND suchen wir ab sofort einen finanzstarken Investor", erklärte Rogers auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz. Beim Bundesnachrichtendienst handle es sich um eine leicht zu handhabende Spionageorganisation mittlerer Größe mit langer Tradition und hoher moralischer Flexibilität. "Nur ungern trennen wir uns von diesem Juwel, das jahrzehntelang ein integraler Bestandteil unseres Portfolios war", so Rogers.
Will sich schnellstmöglich vom BND trennen: NSA- und (noch-)BND-Chef Rogers
Aus BND-nahen Kreisen verlautet hingegen, die NSA sehe ihre deutsche Tochter nicht mehr als rentabel an. Neben den jüngsten Skandalen, die auch das Ansehen der US-Amerikaner beschädigen, sei der Betrieb des BND vor allem durch die zahlreichen Untersuchungsausschüsse nicht mehr reibungslos möglich.
Der breiten Öffentlichkeit bekannt wurde der BND unter anderem durch die Eichmann-Affäre, die Abhöraffäre von Stammheim, die Plutonium-Affäre, die Rübezahl-Affäre, die Affäre um Befragungen in US-Gefangenen-Camps, die Journalisten-Affäre, die Irak-Affäre, die Libyen-Affäre, die Kosovo-Affäre, die Kremer-Affäre, die Jörg-Haider-Affäre sowie die Maulwurf-Affäre.
Nun soll der Geheimdienst für mindestens 13,2 Milliarden US-Dollar (rund 11,7 Milliarden Euro) den Besitzer wechseln.
Im Kaufpreis inbegriffen sind nach NSA-Angaben der ehemalige Hauptsitz im bayerischen Pullach, die brandneue Zentrale in Berlin (Baupreis: 912,4 Millionen Euro; kleiner Wasserschaden) sowie weitere Standorte in Berlin-Lichterfelde, Bad Aibling, Gablingen, Stockdorf, Söcking, Rheinhausen, Schöningen und an anderen geheimen Orten. Außerdem soll der BND über hervorragenden Zugriff auf die wichtigsten deutschen Internetknotenpunkte verfügen.
Die insgesamt 6500 Beschäftigten des BND müssen wohl nicht befürchten, auf der Straße zu landen. Denn mit dem englischen Geheimdienst GCHQ, dem israelischen Mossad, dem russischen Geheimdienst FSB sowie der ebenfalls in den USA ansässigen CIA sollen sich bereits erste Interessenten gemeldet haben.
Doch auch die Bundesregierung ist einem Kauf nicht abgeneigt. Einen Geheimdienst unter deutscher Kontrolle habe man sich schon immer gewünscht, heißt es aus Berlin.
fed, ssi, dan; Foto oben: euroluftbild.de/Grahn, CC BY-SA 3.0 DE
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