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Montag, 20. Juli 2015

Peinliche Stille am Familientisch, als Bernd Lucke schon wieder eine neue Partei nach Hause bringt

Winsen (dpo) - Nur das Geklapper des Geschirrs und ein gelegentliches Hüsteln sind zu vernehmen, während Bernd Lucke mit seinen fünf Kindern, seiner Gattin sowie 28 Mitgliedern der neuen Partei ALFA (Allianz für Fortschritt und Aufbruch) am Tisch sitzt. Erst 2011 hatte Lucke nach 33 Jahren Mitgliedschaft seine erste große Liebe CDU verlassen. Seitdem waren mit den Freien Wählern und der AfD wechselnde Parteien an seiner Seite.

"Erzähl doch mal von der Schule, Anja", versucht Lucke die Stimmung aufzulockern, wobei er seinen Parteikollegen von ALFA einen verliebten Blick zuwirft. Während seine Tochter betreten im Salat stochert und Unverständliches vor sich hinmurmelt, fährt der Ökonom fort: "Schaut mal, unser neuer Schatzmeister, der Herr Weber ist übrigens Lehrer. Da habt ihr doch schon ein paar Gemeinsamkeiten." Es folgt erneut eine längere Phase, in der niemand spricht.
Da hatten sie sich noch lieb: Lucke und seine Partei 2013
"Naja, eigentlich sieht sie ja fast aus wie Papas alte Partei, nur ein bisschen jünger", raunt Luckes jüngster Sohn Alex (13) einem Postillon-Reporter zu, während er angeblich "mal kurz auf die Toilette" geht, tatsächlich aber hinter der Garage eine Zigarette raucht. "Die AfD war schon seltsam, mal unter uns gesagt. Aber als Kind kann man sich die Partei seines Vaters nun mal nicht aussuchen."
Dass er die AfD, mit der sein Vater zuletzt immer öfter gestritten hat, nun nicht mehr so oft sehen wird, findet Alex dennoch schade. "Wir haben uns in den letzten zwei Jahren schon irgendwie an sie gewöhnt." Er wisse nun aber nicht so genau, wie er reagieren solle, wenn er das nächte Mal AfD-Mitglieder auf der Straße oder im Supermarkt treffe.
Im Esszimmer der Familie ist inzwischen wieder peinlich berührtes Schweigen eingetreten, nachdem Lucke nun schon zum zweiten Mal an diesem Abend seine neue Partei AfD genannt hat, ohne es zu bemerken.
ssi, dan; Foto oben [M]: Shutterstock/Robin Krahl, CC BY-SA 4.0, Foto rechts: Mathesar, CC BY-SA 3.0
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