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Donnerstag, 30. Juli 2015

Qualitätsoffensive: Facebook löscht Profile mit zu vielen Rechtschreibfehlern

Palo Alto (dpo) - Facebook greift durch: Gemäß den neuen Richtlinien des sozialen Netzwerks soll künftig mehr auf die orthografische Korrektheit von Beiträgen geachtet werden. Profile von Nutzern, die in ihren Statusmeldungen und Kommentaren zu viele Rechtschreibfehler machen, sollen demnach automatisch gelöscht werden. Etwa 35 Prozent aller Facebook-User dürften betroffen sein.

Mit der drastischen Maßnahme reagiert Facebook auf zahlreiche Beschwerden über die mangelnde Qualität von Nutzerbeiträgen. "Facebook-Kommentare haben heute oft einen schlechten Ruf", heißt es in einer Pressemitteilung des sozialen Netzwerks. "Ein wichtiger Grund dafür sind die mangelnden orthografischen Kenntnisse vieler Nutzer."
Bald nicht mehr denkbar (zur Vergrößerung anklicken): Kommentar
Bei Analysen habe sich zudem herausgestellt, dass eine Löschung von Statusmeldungen und Kommentaren mit vielen Rechtschreibfehlern automatisch einen Großteil aller rassistischen und beleidigenden Beiträge mit aussortiert – ebenso wie sämtliche Posts von Zuschauern oder Darstellern der "TV-Serie Berlin – Tag & Nacht".
Gesteuert wird das neue Löschverfahren demnach von einem Algorithmus, der ab einer Quote von mehr als einem Rechtschreibfehler pro zehn geschriebenen Wörtern greift und den entsprechenden Beitrag entfernt. Anschließend erhält der betroffene Nutzer eine automatisierte Nachricht, die Tipps für eine bessere Rechtschreibung enthält ("Meintest du 'Lügenpolitik' statt 'lügenpolitick'?"). Nach drei Verstößen wird das Profil des Übeltäters dann unwiderruflich gelöscht.
Quelle: Hooligans gegen Satzbau (bald arbeitslos?)
Auf Facebook wird die Maßnahme bereits kontrovers diskutiert. Nutzerin Chris Tina etwa schrieb vor wenigen Stunden: "Hallo Facebook seit ihr jetzt voll banane? nur weil einer nicht alles richtig schreib muss sie doch kein schlechter mensch sein, welcher geölscht werden muß!?!!!" Wenig später war ihr Profil verschwunden. Ob sie das Netzwerk aus Protest verließ oder ihr Profil gelöscht wurde, lässt sich nicht sagen.
Auch Nutzer Harald Danger Omega zeigt in einem Post Unverständnis: "Aber wenn ich nicht regelmäßig www.seidseit.de oder www.dasdass.de unter einen Kommentar posten kann, dann hab ich doch gar nichts mehr zu sagen!"
Unter https://www.facebook.com/Orthografie bietet das soziale Netzwerk eine offizielle Liste mit Tipps an, die Nutzern helfen sollen, eine Löschung ihres Profils zu vermeiden. Da die Seite derzeit überlastet ist, können Sie die Tipps auch hier nachlesen:
1. Schreiben Sie stets in ganzen Sätzen.
2. Vermeiden Sie Dialekt (z.B. "ick"), regionale Begriffe ("Broiler"), Verkürzungen ("geht's"), Wörter aus anderen Sprachen ("liken") und den Gebrauch von zu vielen Satzzeichen ("!!!").
3. Lesen Sie sich jede Statusmeldung und jeden Kommentar noch einmal ganz genau durch.
4. Lassen Sie ein Rechtschreibprüfprogramm darüberlaufen.
5. Lassen Sie jemand anderen noch einmal Ihre Statusmeldung lesen.
6. Kopieren Sie sich Sätze oder Satzteile aus bereits veröffentlichten Statusmeldungen, die von Facebook nicht beanstandet wurden.
7. Geheim-Tipp: Schicken Sie Ihre Posts mindestens drei Tage vor der Veröffentlichung zur Kontrolle an den Duden-Verlag in Berlin.
8. Veröffentlichen Sie Ihren Post zur Sicherheit besser gar nicht.
ssi, dan; Idee: tne, rgr
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